Brühl

Christi Himmelfahrt Gläubige feiern Freiluftgottesdienst / Professor Stefan Göttelmann vorgestellt

Himmel nicht mit „da oben“ gleichsetzen

Brühl.Vielen Gläubigen wurde am Himmelfahrtstag richtig bewusst, was ihnen in den vergangenen Wochen gefehlt hat – die Gottesdienste in der Gemeinschaft. Christi Himmelfahrt steht im christlichen Glauben für die Rückkehr des Gottessohnes zu seinem Vater. Der auferstandene Jesus fährt am 39. Tag nach Ostersonntag auf in den Himmel, heißt es, um seinem Vater näher zu sein und den Platz am Thron zur Rechten Gottes einzunehmen.

Für die evangelischen Christen war der Gottesdienst auf dem Platz neben ihrem Gemeindezentrum der erste nach der Corona-Pause. Die Wiedersehensfreude war entsprechend groß. Auch wenn verantwortungsvoll auf räumliche Distanz geachtet wurde, war die menschliche Nähe zu spüren.

Pfarrerin Almut Hundhausen-Hübsch baute ihre Predigt auf das Ende der Apostelgeschichte auf, in der den Menschen, die Jesus hinterherschauen, versichert wird, dass er wiederkommen werde. Die Frage bleibe aber, wohin er gegangen sei. Sicherlich nicht in den Himmel, den man als Raum über sich sehe, „Himmel ist nicht mit ,da oben‘ gleichzusetzen“. Und so sei die Himmelfahrt auch nicht als Abschied zu verstehen, sondern als ein Ankommen. Denn durch dieses Ereignis könne Jesus nun überall sein – „auch überall in unserer kleinen Welt“.

„Du bist von Gott geliebt“

Der Bläserkreis unter der Leitung von Heike Wagner gab dem Gottesdienst mit seinem klangvollen Spiel einen würdigen musikalischen Rahmen. Gerade in der evangelischen Kirche spielt der Gesang eine wesentliche Rolle, so dass es doppelt schwer fiel – gemäß der Vorgaben zum Schutz vor Infektionen – darauf zu verzichten.

Die Christen der römisch-katholischen Schwestergemeinde konnten schon auf Erfahrungen mit Gottesdiensten unter Pandemieregeln zurückgreifen – bei ihnen war die Schutzengelkirche bereits am Sonntag geöffnet worden. „Der Grundsatz des christlichen Glaubens lautet: Du bist von Gott geliebt“, eröffnete Pfarrer Erwin Bertsch die Predigt. Gottes Liebe habe einen Namen: Jesus Christus. Seine Himmelfahrt meine nicht, dass er als Aufsteiger eine steile Karriere nach oben gemacht habe. Er sei vielmehr heruntergekommen in das menschliche Dasein.

Während des Gottesdienstes stellte sich auch der neue Kirchenmusiker der Gemeinde, Professor Stefan Göttelmann, an der Orgel der Schutzengelkirche vor. Er hatte die Stücke so ausgewählt, dass die Gläubigen die Melodie im Kopf zwar begleiten konnten, nicht aber versucht waren, singend einzusteigen. ras

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