Brühl

Kolpingfamilie Christdemokrat Moritz Oppelt will ins Europaparlament einziehen / Herausforderung in der Umweltpolitik sei die bessere Vernetzung der Energiemärkte

„Ich bekenne mich zu einem Europa der Vaterländer und Regionen“

Brühl.Anlässlich der Europa-Wahlen und dem Europatag lud die Kolpingfamilie den Europaabgeordneten Daniel Caspary ein. Da dieser sich krankheitsbedingt entschuldigen musste, sprang Moritz Oppelt als Redner ein, der bei der Wahl am Sonntag, 26. Mai, auf Listenplatz 7 der CDU Baden-Württemberg für das Europäische Parlament kandidiert, heißt es in einer Mitteilung der Kolpingfamilie.

Gerhard Zirnstein, der Vorsitzende der Brühler Kolpingfamilie, begrüßte den 30-jährigen Bezirksvorsitzenden der Jungen Union Nordbaden, der in Neckargemünd lebt und als Sachgebietsleiter in der Steuerfahndung des Landes Baden-Württemberg arbeitet, sehr herzlich und dankte für das kurzfristige Einspringen.

In seinem Eingangsreferat ging Oppelt vor den rund drei Dutzend Gästen darauf ein, dass sich die EU künftig wieder auf die großen Themen konzentrieren sollte: In der europäischen Außenpolitik müsse man sich vom Einstimmigkeitsprinzip lösen und sich dem Mehrheitsprinzip öffnen, in der europäischen Asyl- und Migrationspolitik gehe es um die Sicherung der Außengrenzen durch die personelle und finanzielle Aufstockung der gemeinsamen Grenzschutzagentur Frontex. Die Herausforderung in der europäischen Energie- und Umweltpolitik sei die bessere Vernetzung der Energiemärkte und der Netzinfrastruktur.

Briten mehr Zeit geben

Die Fragerunde drehte sich zu Beginn um den Brexit. „Ich halte die Strategie für richtig, den Briten mehr Zeit zu geben. Vielleicht haben wir so am ehesten eine Chance, dass sie doch Teil der EU bleiben. Dies wäre für uns wichtig, da Großbritannien ein wichtiges europäisches Industrieland ist, das ein ähnliches wirtschaftliches Verständnis wie Deutschland hat“, positionierte sich Oppelt klar als Gegner des angestrebten Brexit.

Angesprochen auf das Konstrukt der Europäischen Union antwortete er: „Ich bekenne mich zu einem Europa der Vaterländer, der Regionen. Die EU sollte sich auf vier Themen konzentrieren und diese bearbeiten und der Rest sollte gemäß dem Subsidiaritätsprinzip auf nationaler oder kommunaler Ebene geregelt werden.“ Einer europäischen Arbeitslosenversicherung oder einem EU-weit identischen Mindestlohn erteilte er eine Absage, da das Wohlstandsniveau viel zu unterschiedlich sei.

In seinen Schlussworten machte er deutlich, dass Europa für unsere Zukunft wichtiger denn je sei. „Aber Europa muss Antworten finden auf die großen Fragen der Außenpolitik – ich sage nur Syrien, Ukraine und Libyen – auf Fragen des Klimawandels und der Fluchtursachenbeseitigung – Stichwort Marshall-Plan für Afrika – und darf sich nicht im Klein-Klein verlieren“, so Moritz Oppelt.

„Europa hat Zukunft. Das zeigt der große Zuspruch und die zahlreichen Gäste, die sich an der Veranstaltung zu einer ungewohnten Uhrzeit am Nachmittag für Europa interessieren und die rege Diskussion“, freute sich Gerhard Zirnstein über den gelungenen Termin am Europatag, heißt es abschließend. zg

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