Brühl

Chorgemeinschaft Die Proben für "Klänge der Freude" laufen unter Leitung von Vera Pfannenstiel auf Hochtouren / Der Spaß am Singen steht im Vordergrund

"Ich hatte Wünsche, ihr erfüllt sie alle"

BRÜHL.Werden Kinder ein Jahr alt, lernen sie selbstständig das Laufen, beginnen sich zu artikulieren. Nun ja, sprechen und laufen konnten die über 40 Sängerinnen und Sänger von "Chorness" schon, bevor sie im Spätsommer 2016 zur ersten Probestunde kamen. Jetzt - ein Jahr später - sind die Schritte und Töne gefestigt, man ist quasi auf der Zielgeraden zum ersten öffentlichen Auftritt. Wir haben den "jungen" Chor besucht, der sich auf dem Weg hin zu Hörgenuss und Sangesfreude rasant entwickelt.

"Wenn es kracht, ist es gut", sagt Vera Pfannenstiel fröhlich. Die musikalische Leiterin des jüngsten Sprosses der Chorgemeinschaft lässt ihre über 40 Sangesfreunde gerade die Schultern lockern, die Arme nach oben reißen, tief einatmen und mit geformtem O-Mund wieder ausatmen. Auf der Klaviatur gibt Pfannenstiel den Ton vor, vielstimmig hallt der wieder, der Gospel "This little light of mine" wird angestimmt. "Immer die Sonne aus den Augen strahlen lassen", motiviert die Chorleiterin zu weiteren stimmlichen Höhenflügen und intensivem Ausdruck mit klar artikulierten Buchstaben. Klingt prima.

Das findet Pfannenstiel auch und lässt die Sänger - übrigens fast ausschließlich stehend unterwegs - ihre Plätze "mischen", sich im Raum unabhängig von der Stimmlage positionieren. Üblicherweise sitzen alle sortiert nach Alt, Sopran, Tenor und Bass. Die Mischung macht's und ermöglicht den Sängern sich auf ihre eigene Stimme zu konzentrieren, ohne den Gleichklang bei der üblichen Sitzordnung im Ohr zu haben.

Entspannt sein ist der Trick

Ihre "magischen Hände", wie Vera Pfannenstiel sie nennt, schlagen erneut einige Tasten am Klavier an, "Let it be" von den Beatles schafft sich Raum. "Einfach seinlassen, gehenlassen, es laufenlassen", macht die Dirigentin anschaulich, wie das mit dem Singen funktioniert. So hört sich der Klassiker der Pilzköpfe dann auch sehr melodisch, sehr stimmig an. Pfannenstiel lobt: "Ich hatte Wünsche, ihr erfüllt sie alle - prima."

Klingt nicht nur harmonisch, ist beim ersten Eindruck auch so: Die Sänger fühlen sich wohl, Scherze werden gemacht, viel gelacht und immer wieder gelingt der Schritt zurück zur "Arbeit", dem Üben fürs Konzert. Das beschert dann afrikanische, weltliche und geistliche Klänge im ultimativen Mix für jedes Alter und jeden Geschmack.

Unterm Familiendach der Chorgemeinschaft, des bekannten und beliebten Männerchors, findet der "Nachwuchs" sein Zuhause. Wie es dazu kam, beschreibt der Vorsitzende Gerd Scherer: "Es war an der Zeit einen neuen Weg zu gehen", davon sei der Vorstand überzeugt, habe deshalb zugestimmt den Schritt zu wagen, der bisherigen Männerdominanz eine attraktive Stimmen-Mischung beiseitezustellen: "Chorness". In Anlehnung an den englischen Ausdruck "Coolness", entstand die Wortkreation.

Gut für die Gesundheit

"Das steht für das Konzept, das mit Freude und viel Spaß am Singen und den Proben verbunden ist", erläutert Scherer. Zudem versprechen Untersuchungen ein Gesundheitsplus für Körper, Geist und Seele, wenn man regelmäßig singt.

Selbst mitmachen etwa und das Ganze erleben, auch das Glücksgefühl, wenn man gemeinsam Besonderes schafft, Zuhörern Wohlgefühl vermittelt, den Applaus bekommt - eine Liste, die sich weiterführen lässt. "Der erste Schritt war, einen Chorleiter zu finden", sagt Scherer, der Pfannenstiel kontaktierte, "im Gespräch stimmte die Chemie schon, überzeugte die lockere Art der Sopranistin, Klavierlehrerin und Chorleiterin." Pfannenstiel selbst stellt fest: "Es macht Freude mit neuen Stimmen etwas Frisches zu beginnen." Wie das live klingt, werden die Besucher am Sonntag, 29. Oktober, um 17 Uhr in der Schutzengelkirche erleben können.

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