Brühl

Seelsorgeeinheit In den verschiedenen Ensembles wird die gezielte Stimmbildung auch durch Workshops großgeschrieben

Jede einzelne Stimme pflegen

Brühl.Menschen mit Stimme können diese bei der katholischen Kantorei einsetzen. Auch solche, die nicht sicher sind, ob das Stimmvolumen reicht, die aber gern singen „brauchen wir“, sagt Jens Hoffmann, Leiter der Kantorei und seit Oktober 2016 im Kirchenteam dabei, ein Fundament mit Entwicklungspotenzial für den Gesang zu legen. Hoffmann: „Es hat sich schon einiges getan.“

„Die beiden Kirchenchöre aus Brühl und Ketsch haben fast vor ihrer Auflösung gestanden“, erklärt Hoffmann, dass es extrem schade gewesen wäre für alle Menschen, die bislang und auch immer noch gerne singen, zur Singstunde zusammenkommen.

Klar ist: „wir sind die Kantorei für die gesamte Seelsorgeeinheit“, das unterstreicht Hoffmann. Jeder soll sich nach seiner Art und seinem Können in den verschiedenen Angeboten wiederfinden können. „Sich selbst und seine Stimme einschätzen ist nicht einfach“, weiß der Chorleiter um die breitgefächerte musikalische Landschaft, darum, wie man aus Einzelstimmen ein Ganzes formt, aber auch Solisten fördert.

Breites Spektrum der Musik

Das Spektrum der Kirchenmusik Brühl/Ketsch umfasse Gregorianik, A cappella-Gesang und Alte Musik. Sie bietet diese Auswahl mit den verschiedenen Gruppen Kantorei, Kammerchor „Ars Nova“ und „Vox Bruwelensis“. Die Stimmbildung ist ein Angebot für Sänger innerhalb der Kirchenmusik, also auch der Kantorei. Mit Cosima Grabs ist eine studierte Lied-, Oratorium- und Opernsängerin, Chorleiterin, Stimmbildnerin und aktive Mezzosopranistin mit im Boot die Stimmen Brühl und Ketschs auszubilden.

Stimmbildung ist das worauf Hoffmann und Grabs großen Wert legen und den Sängern aus dem Chorbestand sowie allen, die neu hinzukommen, in regelmäßigen Workshops anbieten.

Worauf es ihr ankommt, formuliert sie wie folgt: „Ich lege großen Wert auf das Vermitteln einer gesunden und profunden Gesangstechnik. Körper, Atem und Stimme miteinander zu verbinden und in einer Emotion zum Ausdruck zu bringen ist ein großes Ziel, für das man viel Geduld, Mut und Vertrauen – vor allem in sich selbst – aufbringen muss.“ Dabei kommen verschiedene gesangstechnische Übungen zum Einsatz, die keiner bestimmten Schule folgen, sondern auf jeden Teilnehmer ganz individuell abgestimmt sind und sich oftmals in der Einzelstimmbildung ergeben. Elementar sei beim Singen im Chor die eigene Stimme nicht aus dem Fokus zu verlieren, stellt sie fest.

In einzelnen Stimmbildungseinheiten werden die Sänger sensibilisiert und „trainiert“, die eigene Stimme zu führen und kontrollieren. Extrem wichtig seien die Übungen auch, damit die Stimme keinen Schaden erleidet. „Der Gesamtchorklang lebt von der Qualität der einzelnen Stimmen. Sie gesund zu halten und auf schwierigere Aufgaben vorzubereiten ist das Ziel meiner stimmbildnerischen Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit“, sagt sie.

Hoffmann spricht vom ersten Workshop im Januar unter dem Titel „Meine Stimme und ich“, den 35 Sänger besuchten: „Unter fachlicher Anleitung erleben die Sänger ihre eigene Stimme ganz neu, lernen Vieles darüber, wie und wo die Stimme entsteht, wie man sie nutzen kann, wir können eine stabile Gesangstechnik erreichen.“

Klangfarbe und Atemtechnik stehen im Fokus eines weiteren Treffens, das noch terminiert wird. „Die Stimme ist Rohmaterial – über einen längeren Zeitraum kann sie nachhaltig und qualitativ ausgebildet werden“, so Hoffmann, der sich auf viele neue Stimmen freut, die die unterschiedlichen Ensembles unterstützen – auch Projektsänger sind immer willkommen.

Große Vorhaben im Fokus

Auf den ersten großen Auftritt beim Osterhochamt arbeitet man bereits hin: am 1. April (Ostersonntag um 10 Uhr in St. Michael-Kirche) kann man die „Spatzenmesse“ in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart erleben; im Spätjahr, am ersten Weihnachtstag die große „Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile“ von Charles Gounod in Zusammenarbeit mit dem Kammerorchester Hockenheim.

„Auch großartige A cappella-Werke stehen auf dem Programm und werden die Gottesdienste zu Fronleichnam und Kirchweih bereichern“, verspricht der ambitionierte Kantor.

Info: Weitere Infroma- tionen gibt es bei Jens.hoffmann@kath-bruehl-ketsch.de.

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