Brühl

Kantorei Nach der Sommerpause starten die Proben für neues Projekt / Von beteiligten Ensembles wird noch sängerische Unterstützung gesucht

Karl Jenkins’ „Requiem“ soll kraftvoll erklingen

Archivartikel

Brühl/ketsch.„Deine Stimme ist gefragt!“, heißt es derzeit in der katholischen Kirche. Doch es geht nicht etwa um eine Stimmabgabe, sondern um eine Werbung für ein Chorprojekt. Zusammen mit der Kammerphilharmonie Mannheim, dem Imbongi-Chor aus Heidelberg, den Chören „InTakt“ und „4Tones“ sowie der Musikschule Klangfabrik möchte die katholische Kantorei Brühl/Ketsch am Samstag, 9. November, Karl Jenkins „Requiem“ aufführen.

Und für dieses Projekt sucht die Kantorei noch weitere Sänger – dabei ist es egal, in welcher Stimme sie singen. Für Interessierte besteht im September noch die Chance, bei einem der beteiligten Chöre für den Zeitraum der Projektproben mitzumachen. Da das Requiem ein großes Ensemble aus Chor, Orchester und Schlagwerken erfordert, wird es eher selten aufgeführt.

Mit Jenkins „Requiem“ wird in der Ketscher Sebastianskirche unter Leitung des Kirchenmusikers Jens Hoffmann ein modernes Werk aufgeführt, in dem der liturgische Text auf zeitgemäße Art und Weise vertont wird. Die original 17 Strophen des „Dies irae“ beispielsweise kürzt Jenkins und verteilt sie auf mehrere Teile seines Werks. In den Stücken „Pie Jesu“ und „Lux aeterna“ wird auf melancholisch, verspielte Weise deren Hoffnungsfülle und Erlösungscharakter deutlich.

Der in Süd-Wales geborene, heute 75-jährige Karl Jenkins ist bekannt als Keyboarder, Oboist, Saxofonist und Komponist. Er absolvierte eine klassische Musikausbildung und begann seine professionelle Musikerkarriere als Erster Oboist im National Orchestra of Wales.

Nach seinem Studium gewann Karl Jenkins Preise als Jazz-Oboist und Multi-Instrumentalist. Er trat der Jazz-Rock-Fusion-Band „Soft Machine“ bei, die zu den kreativsten und innovativsten Bands der 1970er Jahre gehörte und übernahm nach Ausstieg von Mike Ratledge bis zur Auflösung der Band 1984 deren Führung. In den 1980er Jahren komponierte Jenkins vornehmlich Werbemusiken und Melodien für das Fernsehen. In den 1990er Jahren trug er seine musikalischen Erfahrungen zusammen, die von Pop über Symphonik und geistliche Chormusik bis hin zu ethnischer Musik reichten. In breit und konzertant angelegten Chor-Arrangements fand er seine musikalische Sprache. Mit „Adiemus“ meldete sich Jenkins wieder im Mainstream des Musikgeschäftes zurück und schaffte es damit an die Spitze sowohl der Klassik- als auch der Pop-Charts auf der ganzen Welt.

In der Folge verschrieb sich Karl Jenkins fast ausschließlich klassisch orientierter Musik. In seinen Kompositionen verbindet er auf originelle Weise die Tonsprache klassischer Musik mit Elementen von experimentellem Jazz und Weltmusik.

Musikalisch steigert sich die Komposition Karl Jenkins bis zum jubilierenden Schlussgesang „In paradisum“. zg/ras

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional