Brühl

Kehraus zum Start ins Jahr

Archivartikel

Ralf Strauch ärgert sich über die Müllberge nach dem Feuerwerk

Es gehört für die meisten Menschen einfach dazu, dass sie das alte Jahr mit lauter Knallerei und farbenfrohen Lichtblitzen verabschieden, indem sie mit dem Spektakel fürs neue Jahr die schlechten Dinge zu vertreiben. Doch die Knallerei gerät mehr und mehr in Verruf. Sie bedeuten Stress für Wild- und Haustiere, verpestet die Luft mit Feinstaub und ist auch für den Menschen aufgrund ihrer hochexplosiven Inhaltsstoffe gefährlich. Dennoch möchten Viele es zum Jahreswechsel ordentlich krachen lassen – Silvester ist schließlich nur einmal im Jahr.

Es sei jedem gegönnt, den Jahreswechsel so zu zelebrieren. Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann, ist das Bild, dass sich an den Tagen nach der Böllerei bietet. Kaum einer räumt den Dreck, den er verursacht hat, weg. Da mischen sich die großformatigen Papp-Batterien mit den Plastikkappen und Holzstöcken von Raketen, die Papierreste der Knallkörper mit den Flaschen, die in bester Stimmung geleert, dann als Abschussrampen benutzt werden, um schließlich von einzelnen zerschlagen zu werden. Irgendwer wird den Dreck schon von der Straße und den Gehwegen wegräumen, geben viele die Verantwortung weiter.

Natürlich erwartet niemand unbedingt, dass noch während des Feierns zu Besen und Kehrschaufel gegriffen wird. Aber spätestens der Neujahrstag sollte für Aufräumarbeiten genutzt werden. Ein Ansinnen, das offensichtlich nur wenige Menschen teilen. Und so erinnern bis lange in den Januar hinein die Hinterlassenschaften der Silversterballerei an den Jahreswechsel. Pappschleim, Holzstäbe und Scherben sind da vielfach langlebiger als die guten Vorsätze. Dabei würde es kaum Zeit in Anspruch nehmen, den beim Feiern gemachten Dreck später einfach aufzusammeln. Das wäre doch mal ein schöner Vorsatz, für den es übrigens nie zu spät ist.

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