Brühl

Schillerschule Adventsfeiern bringen die Geschichte um Nikolaus näher / Weihnachtspakete für Altersgenossen in Rybniza

Kinder bringen Licht in die Welt

Brühl.Er gehört sicher zu den bekanntesten Persönlichkeiten im Reigen der Heiligen – Nikolaus, der Bischof von Myra. Doch nicht viele Menschen wissen, wie aus dem kirchlichen Würdenträger der Mann wurde, unter dessen Patronat alljährlich die Stiefel mit Überraschungen gefüllt werden. Bei zwei Adventsfeiern – im „Mutterhaus“ der Schillerschule und in der Außenstelle Rohrhof – wurden den Grundschülern die Geschichten um den Gabenbringer ideenreich erzählt.

Eröffnet wurden die Feiern mit einem gemeinsam gesungenen Adventslied, dann trat in der Schillerschule der Heilige höchstpersönlich vor die Jungen und Mädchen. Dass er die Kinder von der Stimme her sehr an ihren Lehrer Ronny Pinazza erinnerte, dürfte mehr als ein Zufall sein. Doch der Mann mit Mitra und Bischofsstab räumte erst einmal mit einer gängigen Verwechslung auf. Er sei nicht der Weihnachtsmann. Im Gegensatz zu diesem sei Nikolaus von Myra eine historische Person, die tatsächlich gelebt hatte.

Legende wird lebendig erzählt

Die Organisatoren der Adventsfeiern, Carmen Fröhlich-Waldi, Gemeindereferentin Nathalie Wunderling, Diakon Heiko Wunderling und Pfarrer Oliver Seel, hatten sich viel einfallen lassen, um die Taten des Heiligen zusammen mit den Kindern zu beleben. Gemeinsam wurde in einem interaktiven Stück die Legende vorgestellt, wie Nikolaus, der aus einem reichen Elternhaus stammte, eine arme Familie heimlich mit Stiefeln für die Kinder versorgte. Bei einer anderen Familie warf er Goldstücke durchs Fenster ins Haus von Bedürftigen. Immer wieder verschliefen die so Beschenkten den nächtlichen Besuch von Nikolaus. Nur einmal erwachten sie gerade noch rechtzeitig, um den Bischof zu erkennen. So wurde aus den Wohltaten des Mannes, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts im türkischen Myra lebte, ein Kult. So, wie es heute jedem Kind vertraut ist, breitete sich dieses Brauchtum allerdings erst etwa zwei Jahrhunderte nach dem Tod des Heiligen aus.

Von der Mitmachgeschichte fasziniert, stimmten die Kinder begeistert in das Lied „Du bist das Licht der Welt, du bist der Glanz, der uns unseren Tag erhellt, du bist der Freudenschein“ ein. Und damit sprachen die Jungen und Mädchen der Schillerschule nicht nur den Heiligen an, sondern auch sich selbst. „Denn auch ihr bringt Licht in die Welt“, erklärte die kommissarische Schulleiterin Dorothea Schmidt-Schulte. Sie erinnerte an die Hilfsaktion, an der Kollegium und Schüler zusammen mit der Kleiderstube Walldorf engagiert beteiligt sind. Die Schillerschule unterstützt zum dritten Mal in Folge das Hilfsprojekt Kinderhaus Rybniza in Moldawien.

Kleine Dinge bereiten Freude

Die kommissarische Schulleiterin zeigte ihren Schülern Bilder von den Kindern aus Rybniza, die sich über die vielen kleinen Dinge wie Kaugummis, Zahnpasta, Zahnbürsten, Buntstifte und kleine Stofftiere riesig freuten.

„Wir sollten die Augen vor der Not auf der Welt nicht verschließen, es ist uns wichtig, ein Zeichen zu setzen – ein Zeichen gegen das oft unermessliche Leid und die Not“, forderte Schmidt-Schulte zum Schluss der besinnlichen Feiern in den beiden Schulhäusern auf.

Die Abgabe der Spenden ist noch bis Freitag, 15. Dezember, möglich. In allen Klassenzimmern stehen Kisten zum Ablegen der Sachspenden bereit.

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