Brühl

Jugendkunstschule Andrea Tewes lehrt Technik, die in Vergessenheit geraten ist / Viele Kinder besuchen regelmäßig Ferienkurse

Kinder gestalten Objekte aus Emaille

Archivartikel

Brühl.„Ganz schön heiß geworden ist es um den Ofen“, sagt Emily, mit zwölf Jahren die Älteste im Bastelbunde. Kupfermünzen, Siebröhrchen, Streudosen und Motivvorlagen aus Kupfer sind die Zutaten, die die Ferienspieler an vier Kreativtagen mit Andrea Tewes zum Einsatz bringen. In diesem Jahr steht die Bastelei kurz vor Ostern unter dem Motto „Kunst statt Ei“.

Dass trotzdem kleine Osterhasen aus Papprahmen schauen, bunte Blumen auf saftiggrünen, gemalten Wiesen erblühen und auch mal ein Schmetterling durchs Bild flattert, versteht sich im Frühling von selbst. Zehn Kinder von sechs bis zwölf Jahren sind eine Stunde, bevor die Eltern reinströmen und ihre Kids mit ihren vielen Exponaten abholen, noch eifrig am Malen, Stempeln und Kleben.

Doch zurück zum Ofen: Klein ist er, aber er hat ordentlich Power, das gute Stück aus Emaille von Andrea Tewes‘ Papa aus den 1960er Jahren. „Für mich war das immer klasse, wenn Papa mit uns Sachen mit Emaille verschönert hat, dann hat er mir den Ofen geschenkt“, erinnert sie sich, dass das auch Impuls für ihre individuelle Kunst geworden ist, in die sie Emaille-Objekte einbindet.

Heutzutage kennt man diese Technik wenig, die Kinder im Ferienkurs finden es „einfach nur toll“. Hannah zeigt ihren Schmuckanhänger, der aussieht wie ein Schneegestöber auf dunkelblauem Untergrund. Sie ist begeistert davon, wie das Emaillepulver nach dem Aufstreuen bei mehr als 900 Grad Celsius zu einer glatten Oberfläche verschmilzt.

Münzen auf Leinwänden

„Wir haben die emaillierten Münzen auf unseren Leinwänden mitverarbeitet“, erklärt Mia und zeigt ihr Bild mit vielen „Luftballons“, deren Körper die Münzen sind. Darunter sind Gras und Blumen und der Himmel in Blau zu sehen. „Die Blumen sind gestempelt“, sagt Mia und zeigt die großen lila-braunen Quader mit Moosgummi-Motiven. Henner, der einzige Junge im Kurs, ist derweil bei Andrea Tewes und lässt sich zeigen, wie er sein Hasenbild im Rahmen platziert. Dass es so schön farbleuchtend ist, dafür hat er Acrylfarbe mit dem Spachtel als Untergrund aufgetragen und mit dem Föhn getrocknet. Den Hasen hat er danach mit dem Pinsel aufgebracht. „Alle sollten, wie das Künstler tun, ihren Namen und das Datum an den rechten unteren Bildrand schreiben“, sagt Tewes. Das geht am besten mit einem spitzen Bleistift, damit man erkennen kann, wer der Künstler ist.

Umgang mit Farben

In den kurzen Ferienprogrammkursen geht es um die Vermittlung von Techniken, den Umgang mit Material und Farben. Emily ist ganz schlau und erzählt, dass sie sich immer am Ende eines Kurses schon für den nächsten anmeldet. „Ich bin schon das fünfte oder sechste Mal dabei“, strahlt sie und sagt, dass die vielen Bilder und kleinen Statuen zu Hause alles bunter machen.

„Im Sommer machen wir wieder Statuen aus Blähbeton“, verspricht Tewes, dass dann „Schräge Typen“ auf dem Plan stehen. Zum Finale der vier vorösterlichen Kreativtage schauen alle Eltern vorbei und bewundern die Kunstwerke, bevor die Kinder mit einem fröhlichen „Schöne Ostern“ aus dem Raum laufen.

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