Brühl

Kollerinsel Stuttgarter Saloniker schaffen mitten auf dem Wasser beim Badestrand eine ganz besondere Konzertatmosphäre

Klassische Musik schallt stilvoll über den Altrheinarm

Brühl.Die Stuttgarter Saloniker sind inzwischen mit allen Wassern gewaschen und kennen sich auch auf dem Kollersee bestens aus – immerhin ließen sie dort schon mehrfach eine Flut von Melodien über das Publikum schwappen. Einmal mehr gaben sie nun dort ein Natur-Konzert der besonderen Art. Der Altrheinarm zwischen dem pfälzischen Otterstadt und der badischen Hufeisengemeinde, zu deren Gemarkungsfläche der Badestrand zählt, der dem Publikum als Zuschauerrang diente, sei ein ganz besonderes Szenario, erklärt Ensemblesprecher Patrick Siben. Zwischen baumgrünen Rheinauen und sandbraunen Stränden in den Pastellfarben aller Schattierungen, einem strahlend blauen Himmel, an dem einzelne weiße Wolken mit grauen Fetzen ziehen, Menschen für ein klassisches Konzert anzulocken, sei immer ein besonderes Erlebnis.

Idyllische Atmosphäre

Die Boote der örtlichen Segelclubs säumten das Idyll auf dem blauen Wasser, Publikum mit prall gefüllten Picknickkörben lagerten am Badestrand unterhalb des Kollersee-Campingplatzes und mittendrin trieb das inzwischen schon legendäre Musikfloß der Stuttgarter Musiker. Die Saloniker-Konzertbühne war also einmal mehr eine primitive Holzkonstruktion aus einfachen Brettern, mit Gurten zu einer ebenen Fläche zusammengezurrt, auf der sich sieben Musiker mit Geige, Cello, Kontrabass, Klarinette, Trompete, Posaune in Frack mit Fliege, mit Stühlen und Notenständern und einem Klavier in der Abendsonne auftraten.

Wassermusiken aus drei Jahrhunderten waren angesagt: Händel, Mendelssohn, Johann Strauß („Eine Nacht in Venedig“) und „Schwanensee“ von Tschaikowski. Die bisweilen leise Musik drang auch kraftvoll über die Wasserfläche an Land und wurde vom Publikum am Badestrand empathisch aufgenommen. Oftmals langanhaltender Applaus zwischen den Musikstücken und dann wieder Stille, die nur vom Klimpern der Segelboote unterbrochen wurde.

Zwischen Baden und Pfalz

„Die Atmosphäre ließ die Situation ins Surreale entgleiten, als ob neben den anwesenden Wassergeistern, Faunen und Elfen auch noch Zephyr mitmischte – vom nahen Pfälzer Wald her oder vom Odenwald her“, sagt Siben „vielleicht hat er sich nicht entscheiden können auf dem Kollersee zwischen Pfalz und Baden“. zg/ras

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