Brühl

Künstler jetzt unterstützen

Archivartikel

Wenn man Karl Valentin zitiert, ist man eigentlich immer auf dem richtigen Weg. Also: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, soll er gesagt haben. Und mit diesem Quergedanken – nein mit diesem Wort täte man ihm inzwischen Unrecht, in Zeiten, in denen Querdenken vielfach den zweiten Teil des Wortes schlichtweg auslässt. Also noch einmal: Mit diesem Gedanken geht Valentin sicher nicht in die falsche Richtung.

Aber: Er ist nicht zu Ende gedacht, denn er umfasst nicht alles. Kunst muss nicht immer schön, gefällig und nett sein. Das sind sicherlich auch nicht ihre hervorstechendsten Merkmale. Wenn ich an manchen Kulturabend in Brühl denke, dann hat es teilweise – dem Vergnügen zum Trotz – fast schon wehgetan, mit Gedanken der Künstler in Wort und Bild konfrontiert zu werden. Und dieser Schmerz des Einzelnen kann dann sogar Änderung im Miteinander aller herbeiführen. Deshalb ist Kunst so wichtig.

Gute Unterhaltung, wie sie der Brühler Kulturkalender seit Jahren bietet, ist im Irgendwo zwischen Gemälden und Schenkelklopfern also ein wertvoller Dialog mit dem Publikum – und nicht allein Vergnügen. Diese Beiträge sind demnach wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das kann aber nicht heißen, dass Veranstaltungen bis ans Corona-Maximum durchgezogen werden. Nicht alles, was sein darf, muss auch sein. Doch es gibt auch andere Wege, die Künstler zu unterstützen. Man kann ihre Bücher und Tonträger, Bilder und Skulpturen erwerben und so einen Beitrag zum Erhalt der deutschen Kulturlandschaft leisten.

Und wenn es wieder möglich ist, sollten wir in die Veranstaltungssäle strömen. Die Kulturschaffenden im Rathaus öffnen dafür dann zweifellos Tür und Tor. Kurzum: Kultur ist systemrelevant. Wichtig. Und schön.

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