Brühl

Klimapartnerschaft Kernteam macht wichtige Schritte auf dem Weg zum Handlungsprogramm

Landwirtschaft steht im Fokus

Archivartikel

Brühl.Mit der Weiterentwicklung des gemeinsamen Handlungsprogramms zum Klimaschutz und der Klimafolgenanpassung befasste sich das örtliche Kernteam der Klimapartnerschaft, die im vergangenen Jahr mit der Partnergemeinde Dourtenga in Burkina Faso geschlossen wurde. Während der letzten Schulwoche vor den Sommerferien war eine Delegation aus der Partnergemeinde in Brühl zu Gast (wir berichteten).

Damals hatte man sich in der örtlichen Landwirtschaft umgesehen und mit einem Vertreter der ökologischen Landwirtschaft gesprochen, weil man darin einen Schlüssel zur Bekämpfung des Hungers in der Brühler Partnergemeinde sieht. „Inzwischen hat ein Bauer, Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso, den alternativen Nobelpreis bekommen, weil er einfache Methoden entwickelt hat, wie dürres Land in Afrika doch landwirtschaftlich genutzt werden kann“, berichtete die Förderkreis-Vorsitzende Renate Dvorak und unterstrich damit das Ergebnis jener Woche.

Nicht nur Großbaumaßnahmen

Der westafrikanische Landwirt ist bekannt als „Mann, der die Wüste aufhielt“. In einer Phase schwerer Dürre pflanzte er einen Wald auf kargem Land – mithilfe von Pflanzgruben, die Regenwasser besser speichern. Sein Wissen teilte er mit Landwirten in der Region, so dass allein in Burkina Faso und Niger Zehntausende Hektar einst öder Flächen fruchtbar gemacht wurden. Dort können nun Getreide und Viehfutter angepflanzt und sogar Bienen gehalten werden.

„Es muss also nicht immer eine Großbaumaßnahme wie ein Staudamm sein“, meinte daraufhin auch Peter Kolbe von der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar (KliBA), der die Brühler bei dieser Partnerschaft berät.

Als eine wichtige Klippe, die es bei der Erstellung des Handlungsprogramms zu überwinden gilt, erweist sich im Moment das von den Geldgebern dieses Entwicklungsprojekts, der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)“, vorgegebene Gliederungsraster zwischen Schwerpunktthemen, strategischen und operativen Zielen sowie konkreten Maßnahmen.

Schwerpunkte im Zentrum

Die Schwerpunktthemen Wasser, Bewusstseinsbildung, nachhaltige Landwirtschaft und Erneuerbare Energien sollen auf diese Art von Peter Kolbe, Koordinatorin Anna-Lena Schneider und Umweltberater Dr. Andreas Askani aufgedröselt werden und anschließend mit der SKEW und den Partnern in Burkina Faso ausgetauscht werden, erklärt die Gemeindeverwaltung.

Der Grundgedanke des Projekts „Kommunale Klimapartnerschaften“ ist es, die fachliche Zusammenarbeit deutscher Städte mit Kommunen im globalen Süden in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung zu stärken.

Bisher gibt es – ähnlich wie zwischen Brühl und Dourtenga – insgesamt 27 Klimapartnerschaften zwischen deutschen Kommunen und Städten und Gemeinden aus afrikanischen Ländern. zg/ras

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