Brühl

Nachbarschaftshilfe Heiterer Gottesdienst zum 25. Geburtstag / Durch intensive Aufbauarbeit heute auf einem soliden Fundament / Dank an Vereine

„Manchmal ist es viel, aber es macht auch Freude“

Brühl.Viele starke Schultern und starke Arme braucht es, um ein Angebot wie die Nachbarschaftshilfe ein Vierteljahrhundert zu tragen. In Brühl ist dies vorbildlich gelungen. Der große Geburtstag mündete jetzt in ein fröhliches Miteinander aller Beteiligten, dem ein Gottesdienst voranging.

Pfarrerin Almut Hundhausen-Hübsch und Diakon Heiko Wunderling begrüßten die Menschen in der Kirche St. Michael auf dem Rohrhof. „25 Jahre Nachbarschaftshilfe, das ist 25 Jahre harte Arbeit“, empfing die Pfarrerin, während Elke Rinderknecht, Elisabeth Lentz, Petra Fickeisen und Daniela Gaisbauer gemeinsam eine Trage durch das Kirchenschiff manövrierten, die immer wieder mit Sorgensteinen beladen wurde. „Ich begleite eine Frau seit vielen Jahren, mir fällt die Arbeit immer schwerer“, lautete die Botschaft eines Wackersteines.

Ein anderer berichtete von der Last. „Manchmal wird mir alles zu viel. Die Jüngste bin ich auch nicht mehr.“ Auch Botschaften wie „Manchmal ist es schwer, aber es macht auch Freude“ oder „Die Stimmung ist so wichtig“ gehören mit zur Last, aber auch zur Erleichterung.

„Die Liebe macht es leicht, zumindest leichter“, fasste Pfarrerin Hundhausen-Hübsch die Motivation all derer zusammen, die Tag um Tag ihr Leben in den Dienst an den Nachbarn gestellt haben. Aus diesem Grund trug sie die Geschichte des Gelähmten vor. Um ihn Jesus präsentieren zu können, trugen die Menschen das Dach eines Hauses ab. Man müsse sich erinnern, dass die Bahre, die Schweres trägt, auch die Liebe transportiert.

Beruhigend, nicht allein zu sein

„Eine Nachbarschaftshilfe trägt nicht nur Alte und Kranke, sondern auch Jüngere. Und sogar die, die sich fit fühlen, empfinden es als Beruhigung, dass sie nicht alleine sind“, so die Pastorin, „es ist gut zu wissen, dass es eine dritte Frau oder einen vierten Mann gibt, dass wir zusammen alles schaffen.“

Dazu wirke die Botschaft, dass jeder so genommen wird, wie er ist. Liebevoller Respekt präge die Arbeit, auch wenn vieles unerträglich schwer bleibt. „Unsere Mitarbeiter tragen das, machen es seit 25 Jahren. Wer das tut, verkörpert den Geist Jesu und Gottes oder einfacher gesagt: die Liebe“, fasste sie weiter zusammen. Der schönste Grund sicherlich, all jenen, die schon so lange und so intensiv wirken, ein Dankeschön zu sagen.

Für jeden hatten sie und Diakon Wunderling daher ein steinernes Herz und einen luftigen Herzballon. Mit Fürbitten dankten alle und wünschten sich, die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen, Menschen zu finden, die alles verbinden und so gedachten alle gemeinsam auch den Menschen, „die längst gegangen sind.“ Daniela Gaisbauer erinnerte an Waltraud Kieber-Weiblein, Ursula Bachert und Gudrun Anselm, die einst die Nachbarschaftshilfe ins Leben riefen.

Ein Grußwort ging auch an die Gemeinde, die Vereine und Institutionen, die immer wieder durch Spendengelder dafür Sorge tragen würden, dass alles weiter geht. „Und natürlich die Menschen. Jene, die Hilfe brauchen, finden hier andere Menschen.“

Durch die intensive Aufbauarbeit sei es heute möglich, die Nachbarschaftshilfe auf einem soliden Fundament zu wissen. Gemeinsam zu singen, verband sicherlich ebenfalls, die Band „Konfrontation“, die in St. Sebastian zu Ketsch ihre Heimat hat, untermalte mit Gesang, Schlagwerk, Klavier und Querflöte den Gottesdienst. Bald schon war das Kirchenschiff mit Liedern, roten Herzballons und viel Liebe gefüllt, die sich vor den Toren des Gotteshauses in einem gemeinsamen Lachen entlud, als sich die Ballons ihren Weg in den Himmel bahnten.

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