Brühl

CDU-Ortsverband Zu politischen Gesprächen nach Stuttgart gereist / Verkehrssituation kritisiert / Vorsitzender Gund: Norden des Landes wird abgehängt

„Menschen mit Handicap erfahren Vorurteile“

Archivartikel

Brühl.Die erste landespolitische Herausforderung konnten die Teilnehmer der Fahrt zum Stuttgarter Landtag gleich erleben, zu welcher der CDU-Gemeindeverband eingeladen hatte. Unmittelbar nachdem die Gruppe mit dem Bus vom Messplatz aufgebrochen war, stockte die Fahrt im inzwischen alltäglichen Verkehrschaos rund um das Walldorfer Kreuz. Trotz zähfließenden Verkehrs im Bereich der weitläufigen Baustellen zwischen Walldorf und Heilbronn erreichte die Gruppe die Landeshauptstadt letztlich nur mit geringer Verspätung.

„Diese Verkehrsader ist für Nordbaden von elementarer Bedeutung“, betonte der CDU-Ortsvorsitzende Kenneth Gund und warnte: „Besonders wenn die Deutsche Bahn 2020 mit der Sanierung der Fernbahn beginnen will, droht der Norden des Landes abgeschnitten zu werden!“

In Stuttgart angekommen empfing der Brühler Gemeinderat und CDU-Landesgeschäftsführer Christian Mildenberger die Gruppe und zeigte die seit der Renovierung in neuem Glanz erstrahlenden Arbeitsräume der baden-württembergischen Parlamentarier. Da keine Sitzungen stattfanden, hatten die Mitgereisten die einmalige Gelegenheit, auch mal selbst im Plenum Platz zu nehmen.

Historische Verantwortung

Nachdem Wolfram Gothe die Büste des ehemaligen württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz im Foyer ins Auge gefallen war, den die Nationalsozialisten wenige Monate vor Kriegsende im Januar 1945 ermordet hatten, eröffnete CDU-Generalsekretär Manuel Hagel das Gespräch mit einem kurzen Abriss über die historische Verantwortung, die man sich durch die Erinnerung an Bolz an einem so prominenten Ort stets in Erinnerung rufe.

Mit konkreten politischen Forderungen wandte sich Rudi Bamberger, Behindertenbeauftragter der Gemeinde, an den Generalsekretär: „Menschen mit Handicap, die ihre Ausbildung in einem Berufsbildungswerk absolviert haben, sind auf dem Arbeitsmarkt häufig mit massiven Vorurteilen konfrontiert und haben es trotz hervorragender Qualifikation schwer, eine Stelle zu bekommen“, beklagte Bamberger und forderte, dass sich die CDU im Landtag dafür einsetzen sollte, dabei Fehlanreize zu beseitigen.

Es dürfe nicht sein, dass sich Betriebe aus ihrer Verantwortung freikauften, war auch die einhellige Meinung der Anwesenden. Generalsekretär Hagel versprach, das Thema aufzugreifen und zudem den Kontakt mit dem entsprechenden Netzwerk der Landes-CDU herzustellen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte Mildenberger die Besucher aus der Kurpfalz durch die Räumlichkeiten der neuen Geschäftsstelle der CDU Baden-Württemberg. zg

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