Brühl

Seniorensitzung Tanz der „Göggelfamilie“ als Höhepunkt des närrischen Programms / Viel Lob vom betagten Publikum

Mit dem „Schorlator“ geht’s zur Fasnacht

Archivartikel

Brühl.Die „Rohrhöfer Göggel“ hatten zu ihrer Seniorensitzung in die Halle der Schillerschule eingeladen und rund 300 Besuchern waren gekommen. Bei selbstgebackenem Kuchen, kostenlosem Kaffee und einem heiteren Programm feierten die Karnevalisten bis in den Abend hinein. Mit von der Partie waren neben Prinzessin Michelle I. vom Blumenland auch eine Abordnung der „Kollerkrotten“, zu der natürlich auch ihre Tollitäten Maja I. und Nick I. von Rock und Schall gehörten.

Nach der Begrüßung durch Präsident Christian Nordheim wurden die Anwesenden, unter denen sich auch eine Reihe jüngerer Besucher befanden, durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr in die richtige Feierlaune versetzt. Genau müsse es aber „Foierwehrkapell“ heißen, stellte Nordheim klar und hatte das Publikum so sofort auf seiner Seite.

Nach den mitreißenden Gardetänzen der Kükengarde und der Jugendgarde, traten „Matze + Armin“ alias Matthias Nobis und Armin Luksch auf. Die Juniorentanzmariechen Jeanette Zimmermann und Aktiventanzmariechen Julia Wolz begeisterten mit ihren Soloauftritten.

Richtig zur Sache ging es mit zwei alten Bekannten, Conny und Andreas Langlohr vom Karnevalverein Limburgerhof, die nicht nur auf der Bühne ein Paar mimten, sondern tatsächlich schon geraume Zeit verheiratet sind. Die beiden schenkten sich zum großen Amusement des Publikums nichts und stichelten gegenseitig liebevoll bis heftig.

Nach dem fantasievollen Showtanz der Jugendgarde wurden die ältesten Senioren im Saal jeweils mit einer Flasche Wein für ihr Kommen ausgezeichnet. So auch Hannelore Müller, die mit 82 auch mit Rollator noch zur Sitzung kommt und stolz ihr „Göggel“-Abzeichen am Revers vorzeigte: „Ich bin schon lange dabei und komme, solange ich kann. Das macht Laune“, sagte sie bestimmt. Und Bernhard Motzenbäcker, der sich in der Moderation mit Nordheim abwechselte, witzelte: „Is des jetzt a Rollator oder a ‚Schorlator‘?“, was größte Heiterkeit auslöste

Junge Küken und alte Hasen

Nach weiteren Showtänzen der Junioren und der Aktivengarde ging Luca Phil Schappel, der erst neunjährige Enkel von Ehrenpräsident und Göggel-Urgestein Gerhard Luksch in die Bütt, um von seinen Missgeschicken beim Arzt zu berichten, der ihm alles entnommen hätte, sogar das Gehirn, aber nicht die entzündenden Mandeln. Gar nicht als Gentlemen zeigten sich „Boxer + Michel“ alias Eckart Güttler und Michael Luksch, die sich aberwitzige Wortgefechte voller Missverständnisse lieferten.

Böse Königin trifft Lieblichkeit

Jugendtanzmariechen Lina Stanka zeigte vollen Einsatz, bevor es zu den beiden Höhepunkten am Ende der Sitzung kam. Zu Showtanzmariechen Alexandrea Michel als böse Königin gesellte sich auch ihre Tollität Michelle I. vom Blumenland in voller Prinzessinnenmontur, die dabei viel Einsatz zeigte.

Direkt vor dem letzten Showact heizte „Kollerkrotten“-Sitzungspräsident und Sänger Claudio Glasser die Stimmung nochmal richtig an, so dass alle mitsangen. Der Schautanz der „Göggelfamilie“ als großes Finale stellte den absoluten Höhepunkt dar, was dementsprechend auch ein Männerballett beinhaltete, bei dem auch Präsident Christian Nordheim vertreten war. Schrill gekleidet und mit pinkem Haar wartete er geduldig auf seinen Einsatz und mag dabei auf so manchen Betrachter wie ein Teilnehmer der Loveparade gewirkt haben.

Unter den Besuchern befand sich mit Andreas Schwenn auch der Vorsitzende des erst im vergangenen Jahr gegründeten, neuen Schwetzinger Karnevalsvereins KC Phoenix samt Gattin Shiva und war begeistert: „Die Seniorensitzung hier finden wir großartig, für unsere nächste Kampagne werden wir vermutlich auch Veranstaltungen für Senioren mit aufnehmen.“

Ehrenpräsident Gerhard Luksch, der dem Verein über Jahrzehnte vorstand, erinnerte sich: „Seit 1993 findet die Seniorensitzung hier in der Halle statt. Vorher waren wir in der Rohrhofhalle, aber es wurden immer mehr Besucher, da mussten wir umziehen.“ Er freue sich über die positive Resonanz der Seniorensitzung: „Es ist fantastisch, dass so viele aus dem Publikum über 70 oder sogar 80 sind. Frohsinn hält eben jung.“

Margit Hahn, Kassierin des Vereins, ist schon seit den 1970ern dabei und ergänzte: „Ich erinnere mich noch gut an die erste Sitzung hier, da war meine Schwester Prinzessin Annette I. vom Forsthaus noch in Amt und Würden. Die Gemeinschaft unter den Fasnachtern ist einfach unglaublich gut, genau wie unter den Brühler Vereinen. Wir helfen uns alle gegenseitig, denn oft kann ein Verein allein das gar nicht stemmen.“

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional