Brühl

Filmfestival Gesundheitsforum und Gemeinde zeigen den Schweizer Film „Die Herbstzeitlosen“ / Neuanfang mit angeblich schrillen Ideen ist jederzeit möglich

Mit Reizwäsche geht es gegen verstaubte Alters- und Frauenbilder

Brühl.Das zehnte Europäische Filmfestival der Generationen feiert Jubiläum. Zwischen Donnerstag, 17. Oktober, und Montag, 11. November, gastiert das Festival über das Älterwerden und den demografischen Wandel an über 160 verschiedenen Lokalitäten, überwiegend in Städten und Gemeinden, in denen es keine Kinos mehr gibt. Eine der Stationen ist Brühl. Das Gesundheitsforum in Zusammenarbeit mit der Gemeinde nimmt daran teil. Am Dienstag, 22. Oktober, wird um 19 Uhr in der Festhalle der Film „Die Herbstzeitlosen“, eine unterhaltsam-nachdenkliche Schweizer Komödie über veraltete Alters- und Frauenbilder mit Stephanie Glaser, Annemarie Düringer, Monica Gubser und Heidi Maria Glössner, gezeigt. Der Eintritt ist frei.

In diesem in Brühl gezeigten Film führt Martha einen kleinen Dorfladen im idyllischen Trub. Doch nach dem Tod ihres Mannes hat sie nur noch wenig Freude am Leben. Ihre Freundinnen ermuntern sie, sich nun endlich ihren langgehegten Traum einer eigenen Dessous-Boutique im Ort zu erfüllen. Mit der Ladeneröffnung sorgt Martha für das Dorfgespräch, zumal ihr Sohn Walter als Dorfpfarrer moralische Bedenken gegen den Reizwäschetempel hat. Doch Martha mag nicht mehr dem traditionellen Verhaltenskorsett ihrer Umwelt entsprechen, stattdessen beginnt sie couragiert und mit viel Elan ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche vom Alter in die Tat umzusetzen. Die liebenswerte Komödie über vier innovationsfreudige Rentnerinnen ist bis heute in der Schweiz der zweiterfolgreichste Film.

Dynamische Lebensphase

Das Festival präsentiert aktuelle deutsche und internationale Spiel- und Dokumentarfilme über das Alter, das Älterwerden und den demografischen Wandel. Dabei steht die Filmauswahl unter zwei Prämissen: Erstens sollen die Filme differenzierte Altersbilder vermitteln, die das Alter als eine entwicklungsdynamische Lebensphase zeigt, mit vielfältigen Potenzialen und Ressourcen für das Individuum und für die Gesellschaft. Das heißt, die Filme sollen auch Chancen und Möglichkeiten, Gewinne und Freiheiten des Alterns aufzeigen und nicht nur als Verlust und Krankheit und Last der Gesellschaft.

Die zweite Prämisse: Die Filme sollen Inhalte transportieren, die zur Anschlusskommunikation und zum Dialog mit dem Publikum einladen. Von daher sind die Publikumsgespräche im Anschluss an die Filmvorführungen zentraler Bestandteil des Festivalkonzepts.

Der Film dient sozusagen als Medium, als Kommunikationsmittel, um ins Gespräch zu kommen und Fragen aufzuwerfen: Über das eigene und das gemeinsame, heutige und zukünftige Altern. Es soll das Bewusstsein für den demografischen Wandel fördern wie auch die Bedeutung für ein aktives und gesundes Altern. Es soll den Dialog der Generationen fördern wie auch die Bereitschaft für bürgerschaftliches Engagement. zg/ras

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional