Brühl

Schillerschule Kindern erobern ihren umgestalteten Pausenhof

Neue Erlebniswelt

Archivartikel

Brühl.Als der Startschuss zur Eroberung des neugestalteten Pausenhofs gegeben ist, gibt es für die Jungen und Mädchen der Schillerschule kein Halten mehr. Sie stürmen auf die Spiel-, Bewegungs- und Entdeckungsgeräte und erfüllen die bislang gesperrte Anlage mit Leben. Das verwundert nicht, immerhin hatten die Grundschüler fast ein ganzes Schuljahr beobachten können, wie ihr Pausenhof mehr und mehr an Attraktivität gewinnt, allerdings immer nur von jenseits des Bauzauns – und nimmt man die lange Planungsphase seit 2016 hinzu, dürften die meisten jungen Eroberer noch gar nicht eingeschult gewesen sein, als die ersten Ideen vorgestellt wurden.

Aber jetzt wird die von „Der Werkstatt“ zusammen mit Eltern, Lehrern und Gemeindeverwaltung geplante Erlebniswelt von ihnen bis in den hintersten Winkel genutzt. „Und das mit einer großen Portion Kreativität“, freut sich Rektorin Dorothea Schmidt-Schulte. Genau das ist von Anfang an das Leitmotiv des neuen Pausenhofs gewesen – das Konzept ist also erkennbar aufgegangen, freuen sich die Verantwortlichen angesichts der überschäumenden Lebensfreude. Die Kreativität „beschränkt“ sich allerdings nicht nur auf die Nutzung der Geräte und der Rückzugsräume in kleinen Hütten, sondern auch schon auf den Bau der immerhin fast 200 000 Euro teuren Investition. Zwei Workshops bezogen alle am Unterrichtsalltag Beteiligten in die Umsetzung der Pläne ein. Da wurden die Hackschnitzel verteilt und die Motive für einen Totempfahl mit den Klassentieren entworfen. So entstand kein Spielareal von der Stange, sondern ein ganz individueller Pausenhof, loben auch die erwachsenen Premierengäste.

Bewährtes findet seinen Platz

Es wurde auch auf Nachhaltigkeit geachtet, wie Schmidt-Schulte betont, denn auch alte Elemente des Pausenhofs, allem voran der Baumbestand, wurden integriert. „Gerade die alten Bäume geben bei der Hitze des Tages einen wundervollen Schatten“, erklärt die Schulleiterin. „Und so ist eine wundervolle Anlage entstanden“, urteilt sie und erntete dafür kräftigen Applaus. Dabei ist es nicht nur ein umzäuntes Angebot für die beiden großen Pausen geworden, sondern eines für eine fast ganztägige und umfassendere Nutzung – nachmittags etwa durch den Sonnescheinhort.

„Stichwörter wie tägliche Bewegungszeit und die Verbindung von Bewegung und erfolgreichem Lernen sind im Moment ja wieder en vogue“, hebt die Rektorin in ihrer Eröffnungsansprache hervor, „für uns ist das schon lange eine Selbstverständlichkeit, die nun natürlich noch schöner ausgestaltet werden kann“.

Für viele überraschend bietet eine von zwei auf den ersten Blick eher kleinere Bühnen enorm viel Platz – beim Begrüßungslied „Wir singen vor Freude“ finden alle rund 200 Schüler auf ihr Platz – es ist zwar eng, aber es klappt.

Auch für den Unterricht bietet das Areal mit seinem Außenklassenzimmer eine tolle Nutzungsmöglichkeit, „das ist ein sehr großer Gewinn für das Schulleben“, freut sich die Rektorin. Eine Tafel, naturnahe Schulbänke und ein durch Bäume abgeschirmter Bereich – das sind die Elemente des Lernen im Freien. Ein Sinnepfad mit jeder Menge ideenreicher Angebote fürs Fühlen, Sehen und Hören rundet die Erlebniswelt Pausenhof gekonnt ab.

Außergewöhnlich und schön

Dieser naturnahe und fantasievolle Schulhof sei sicherlich mit einer der außergewöhnlichsten und schönsten der Region, zeigte sich Bürgermeister Dr. Ralf Göck überzeugt. Es habe zwar gedauert, bis der Wunsch nach einem neuen Pausenhof habe erfüllt werden können, doch jetzt könnten sich die Kinder glücklich schätzen, diese Anlage erobern zu dürfen.

Der Grund für die Verzögerung sei gewesen, dass man erst die Planung des Kinderbildungszentrums habe abschließen wollen, bevor man den zuvor wenig attraktiven Pausenhof umbaut. In diesem Zusammenhang dankte er allen an der Neugestaltung Beteiligten, insbesondere seinen Mitarbeitern vom Bauhof.

Als der Bürgermeister geendet hat und die Tafel mit dem Plan der Anlage enthüllt ist, sehen das die Schüler bereits als Startsignal, die Anlage mit Leben zu erfüllen. Aber: Frühstart. „Stopp“, ruft Schmidt-Schulte ihre Schützlinge zurück und muss gleichzeitig Lachen angesichts des kindlichen Überschwangs. Noch ist das offizielle Programm nicht vorbei. Zunächst bittet Diakon Heiko Wunderling noch um Gottes Segen für den neuen Pausenhof. Und dafür kommen die Jungen und Mädchen sehr diszipliniert wieder zurück zum Festakt – zumindest für einen kurzen Augenblick.

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