Brühl

Jahnschule Schüler aller Klassenstufen erwandern 7431 Euro für den Förderkreis Dourtenga / Neubau einer Grundschule in Burkina Faso wird ermöglicht

"Noch nie so eine große Spende"

Brühl.Die Spannung steigt, bevor der Scheck endlich umgedreht wird. Den schweren Geldsack haben einige Schüler der Jahnschule schon in der Hand gehalten. Nun wollen alle unbedingt wissen, wie viel sie bei der Sponsorenwanderung für den Förderkreis Dourtenga (wir berichteten) erlaufen haben. Und als sich der große Scheck endlich dreht, ist das Staunen riesig: 7431 Euro!

"So eine große Spende haben wir noch nie erhalten", freut sich die Vorsitzende des Förderkreises Dourtenga, Renate Dvorak. Mit einer langen Wanderung haben die Grundschüler das Geld zusammenbekommen. Die ersten und zweiten Klassen waren sechs Kilometer, die älteren Dritt- und Viertklässler sogar zwölf Kilometer in den Schwetzinger Wiesen unterwegs. Für jeden erlaufenen Kilometer haben sie von ihren selbst gefundenen Sponsoren einen gewissen Betrag bekommen und so das Geld gesammelt, das nun gleichaltrigen Kindern in Afrika zu Gute kommen wird.

Unterstützung durch Bildung

War es vor zwei Jahren das "Waldpiraten-Camp" in Heidelberg, sollten die Spenden in diesem Jahr einem Land außerhalb der europäischen Grenzen zu Gute kommen. "Das ist so toll, dass jetzt auch Kinder in einem anderen Land eine Schule bekommen", meint Vanessa, die bei der langen Wanderung dabei war. Der Förderkreis wird das Geld für den Bau einer Grundschule im Ort Dourtenga in Burkina Faso verwenden. Dieser Bau zählt zum aktuellen Bildungsprojekt "Ecole sole". Bislang müssen die Kinder dort viele Kilometer zurücklegen, um in die Schule zu gehen. Die Kommune umfasst insgesamt zwölf Dörfer auf einer Fläche von 113 Quadratkilometern und hat rund 9500 Einwohner. Das westafrikanische Land Burkina Faso zählt dabei zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit 1997 besteht zwischen Dourtenga und Brühl eine Partnerschaft. Zum 20-jährigen Bestehen entschied sich die Jahnschule, den Förderkreis zu unterstützen. Den größten Teil der Organisation übernahm dafür Lehrerin Evelin Frisch, doch auch die Mithilfe aller Eltern an den Stempelstationen und die Unterstützung des Freundeskreises machten die erfolgreiche Wanderung erst möglich.

Und so machten sich die Brühler Kinder auf einen Fußmarsch, um die Spenden zu sammeln. "Am Anfang dachte ich noch: ,Oh Gott, wird das schwer', aber wir haben durchgehalten und jetzt sogar anderen Menschen geholfen",ist Sophie mächtig stolz auf das, was sie und all ihre Mitschüler geleistet haben.

Bewusstsein für das Leben anderer

In einer Infoveranstaltung wurde ihnen vorher gezeigt, wie die Menschen hinter den Grenzen Europas leben. "Es ist unglaublich wichtig, dass die Kinder wissen, wie die Lebenssituation dort ist und wie man die Menschen unterstützen kann", meint Renate Dvorak. Im Januar wird sie in das Dorf reisen und hofft, dass es dann schon soweit ist, dass die Kinder in ihre neue Schule gehen können. Zur Zeit ist diese noch im Rohbau, berichtet sie, aber die Grundstrukturen sind schon erkennbar. In dem Grundschulkomplex wird Platz sein für bis zu 150 Kinder, und auch ein Brunnen soll entstehen. Mit der Spende der Jahnschüler wird der Bau nun sicherlich kräftig vorangehen.

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