Brühl

Nun wird stetig nachgehakt

Archivartikel

Es gibt beim Thema des runden Tischs inzwischen immer wieder Vorwürfe, wir als Presse würden uns durch Stellungnahmen der einzelnen Interessensgruppen im Nachhinein vereinnahmen lassen und mit entsprechend „einseitigen Berichten“ die Situation falsch oder jeweils in eine Richtung – natürlich immer die andere – überzogen darstellen.

Diesem nachträglichen Nachhaken bei vermeintlich längst besprochenen Themen hätte man auf eine ganz einfache Art begegnen können. Man hätte die Presse und damit die öffentliche Berichterstattung schlicht nicht von diesen Treffen ausschließen dürfen. Wären Pressevertreter vor Ort gewesen, hätten diese unabhängig über Forderungen, Ideen und Kompromisse berichten können.

Nun sind wir als Zeitungsmacher von der oft widersprüchlichen Deutungshoheit der einzelnen Interessengruppen abhängig. Damit wird genau das Gegenteil von dem erreicht, was man ursprünglich seitens der Einladenden haben wollte: Der runde Tisch ist zu einem Podium der kommunalpolitischen Selbstdarstellung geworden.

Und durch den Ausschluss der Öffentlichkeit öffnet diese Vorgehensweise allen Theorien, man wolle etwas verheimlichen oder nachträglich ändern, Tür und Tor. Es wäre wirklich besser gewesen, wenn wir über die Diskussionen direkt hätten berichten können und nicht erst über die Auslegung der einzelnen Seiten dazu. Denn wir sehen uns jetzt in der Pflicht, alle Stellungnahmen – womöglich auch einseitige Interpretationen – entsprechend zu veröffentlichen, um alle Facetten der Meinungsfindung darzustellen. Mit der direkten Berichterstattung hätte man sich – das sei noch einmal unterstrichen – das spätere Hin und Her der Pressemitteilungen ersparen können. Damit soll allerdings nicht die Glaubwürdigkeit einzelner Stellungnahmen wie der aktuellen durch die BI grundsätzlich in Zweifel gezogen werden.

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