Brühl

Friedhof Chorgemeinschaft gestaltet das traditionelle Singen auf der Ruhestätte / „CHORness“ unterstützt den Verein dabei / Laternenlichter sorgen für Atmosphäre

„Nutzen Sie die Tage, um Harmonie und Liebe entstehen zu lassen“

Archivartikel

Brühl.Ein Meer aus flackernden Kerzenlichtern überzog den Friedhof. Es war ein milder Abend, der viele Menschen kurz vor Einbruch der Dunkelheit zum Andenken an die Verstorbenen auf die Ruhestätte führte. Es ist Tradition, dass die Chorgemeinschaft am Heiligen Abend stimmungsvolle Lieder in die Nacht hinein singt. Das gelang erneut, dieses Mal mit der Verbindung mit dem noch jungen Chor „CHORness“ unter der Leitung von Vera Pfannenstiel.

Vor der Trauerhalle sammelten sich mehrere hundert Menschen, umarmten sich, wünschten sich gegenseitig einen schönen Abend. Lächelnde Gesichter waren zu sehen, aber auch nachdenkliche, traurige. In der großen Menge waren Brühler zusammengekommen, die einem geliebten Menschen im vergangenen Jahr Lebewohl sagen mussten, ebenso wie jene, die schon länger alleine sind, aber auch die, die dieses besondere Singen auf dem Friedhof nutzten, um sich aus der Hektik des Alltags zu nehmen. Dann wurde es ruhig, langsam senkte sich die dunkle Decke dieser eigentlich so normalen und doch besonderen Nacht übers Land. Laternenlichter flackerten zu Füßen der Sänger, einige Lampen durchdrangen mit ihrem Schein die Dunkelheit, tauchten den Vorplatz der Trauerhalle mäßig ins Licht.

Applaus für die Stimmung

„CHORness“ und Vera Pfannenstiel formieren sich im Halbrund. „Joy to the World“ sangen die Frauen und Männer kraftvoll. Applaus brandete auf für die Stimmung, die dabei entstand. „Come and blow, Winterwind“, setzte schwungvolle Akzente in die Stille. Mit „Wünsche zur Weihnachtszeit“, wurden ebendiese in den Herzen und Köpfen der großen Zuhörerschaft bewusstgemacht. Dann erhoben die Herren die Stimmen und sangen unterm Dirigat von Wolfgang Reiser „Die Ehre Gottes.“ Jürgen Meyer las zwischen den Liedern einige Zeilen vor. „Die Liebe zu den Menschen, die uns am Herzen liegen, darf niemals erlöschen – nutzen Sie die kommenden Tage, um Harmonie und Liebe für das ganze Jahr entstehen zu lassen“, appellierte Meyer, bevor die Männer „Abendruhe“ von Rolf Kern anstimmten. „Weihnachtsglocken“ klangen aus Männerkehlen, sprachen vom Winter, vom Chor der Engel, vom Stall in Bethlehem, vom Frieden.

Die Chorgemeinschaft intonierte das „Trommellied“ sowie „Stille Nacht, heilige Nacht.“ Schon dabei sangen etliche Zuhörer mit. Zum Abschluss, bevor man auseinander zum privaten Feiern ging, erklang gemeinsam mit beiden Chören gesungen „O du fröhliche“. Mit guten Wünschen fürs Fest und den Start ins neue Jahr verabschiedeten sich die Sänger und die Zuhörer voneinander. zesa

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