Brühl

Fischerfest Polizeimusikkorps reißt Publikum mit / Familientag wird seinem Namen wieder gerecht

Ohne echte Euphorie zufrieden

Archivartikel

Brühl.„Ja, klar können wir jetzt reden, ich warte nur noch gerade auf meinen Backfisch“, sagt der zweite Vorsitzende des Angelsportvereins (ASV) Rohrhof, Jan Dorotik, auf Anfrage unserer Zeitung. Dann weist er mit entschuldigender Geste auf die Schlange vor sich beim Stand der Fischbäckerei Obeldobel. Kann es eine bessere Werbung für das Fischerfest in Rohrhof geben?

Und tatsächlich fällt die Zwischenbilanz wenige Stunden vor dem „Rohrhöfer Abend“ als Finale insgesamt eher gut aus. Zwar hat die Hitze des letzten Sommerwochenendes die Zahl der Besucher kaum beeinflusst, allerdings sei der Verkauf nicht unbedingt rekordverdächtig gewesen, wissen die Helfer von vereinseigenen Bewirtungsständen und der Fischbäckerei im Gespräch zu berichten. Unter dem Strich scheint man aber bereits am Montagmittag recht zufrieden – ohne in Euphorie zu verfallen. Aber auf das traditionelle Ochsenbackenessen des Fischerfestmontags angesprochen, beginnen bei den Verantwortlichen die Augen zu blitzen. Die mehr als 100 Kilogramm Fleisch waren innerhalb von zwei Stunden restlos ausverkauft. „Das läuft wirklich gut“, sagt auch Chantal Lemmert, die scheinbar rund um die Uhr hinter der ASV-Bonkasse sitzt. Und damit ist die 65-Jährige typisch für den Kreis der Aktiven, denn das Fest wird vor allem von sehr erfahrenen Vereinsmitgliedern getragen. Junge Helfer sieht man zwar auch, doch sie sind eher rar gesät.

Umstrukturierung bleibt positiv

Die vor einem Jahr begonnene Umstrukturierung des Festprogramms scheint sich hingegen ausgezahlt zu haben. Statt des „Monsterlochs“ – um im Anglerlatein zu bleiben – sei der Samstagvormittag zu einem guten Besuchertag geworden.

Und der sonntägliche Frühschoppen mit der Musik des Polizeimusikkorps unter Leitung von Wolfgang Rothenheber sei insgesamt super angekommen, gerät ASV-Vergnügungswart Bernd Grieger ins Schwärmen. Neben der Traditionsmusik im Marsch- und Polkarhythmus begeisterten die uniformierten Musiker ihr Publikum auch mit Songs von Marius Müller-Westernhagen, einem Abba-Medley und dem Schlagerstreifzug gemäß Dieter Thomas Kuhn. Da ging das Publikum gern mit.

Überhaupt der Sonntag – der habe mit seinem Familiennachmittag erstmals seit langer Zeit wieder junge Familien angelockt. Die Hüpfburg zum Beispiel sei für die Kinder sogar zwei Stunden länger als geplant in Betrieb geblieben. Auch das Kinderschminken sei hervorragend angekommen. Doch abseits des kostenfreien Angebots – im klitzekleinen Vergnügungspark – ist dieser Zustrom kaum zu spüren. Beim Karussell und den Jahrmarktsständen, die sehr, sehr spontan auf den neuen Rohrhofer Messplatz gekommen waren, zucken die Betreiber eher enttäuscht mit den Schultern, wenn man sie aufs Geschäft anspricht.

Gleichwohl: Fragt man bei den Besuchern nach, so sind die einig, dass das Fischerfest als Veranstaltung unbedingt unterstützt werden müsste. Immerhin ist dieses Volksfest im Herzen des nördlichen Brühler Ortsteils sehr identitätsstiftend, ist zu merken. Das kann auch „Mister Tombola“, Bernd Grieger, nur bekräftigen. „Seit die Leute wissen, dass sie mit dem Loskauf die Kinderbetreuung im Ort unterstützen, geht der Verkauf einem Rekord entgegen“, sagt er – zeigt sich aber dennoch sofort wieder vorsichtig, denn erst nach dem montäglichen „Rohrhöfer Abend“ kann wirklich Bilanz gezogen werden. ras

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