Brühl

Forum Älterwerden Pfarrer Erwin Bertsch zelebriert Gottesdienst zum Thema Erntedank / Er erinnert an unhaltbare Zustände in der Massentierhaltung

Produkte der Saison von hiesigen Erzeugern

Brühl.Herbst ist Erntezeit. Im Garten können wir große und kleine Früchte unserer Arbeit ernten. Auf den Getreidefeldern drehen große Mähdrescher ihre Runden, und in den Gärten werden Obstbäume abgeerntet. Viel Mühe steckt dahinter, sei es bei einem großen Acker oder bei der kleinen Tomatenpflanze auf dem Balkon. Monatelang wurde gehegt, gepflegt, geackert und gejätet.

Und doch ist es nicht unser Verdienst, wenn wir ernten dürfen. Allein mit Dünger und Sorgfalt bringen wir unsere Pflanzen nicht dazu, Früchte zu tragen. Ohne Sonne und Regen, ohne den natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten könnten wir noch so viel aussäen, wir würden trotzdem nichts ernten. Wenn Gott, der Schöpfer des Lebens, nicht „Wachstum und Gedeihen“ schenkt, dann ist unsere Mühe vergeblich. Deshalb ist es gut, sich gerade in der Erntezeit daran zu erinnern, dass Gott uns versorgt. Wenn wir in diesem Bewusstsein und mit einem dankbaren Herzen leben, können wir viele Spuren Gottes in unserem Leben entdecken. Er beschenkt uns nicht nur in der Erntezeit mit reichem Erntesegen. Wenn wir unsere Hoffnung auf ihn setzen, werden wir seine Gegenwart in jeder Situation unseres Lebens erfahren. Das gab Pfarrer Erwin Bertsch beim Seniorengottesdienst in der Schutzengelkirche einleitend zum Thema Erntedank zu bedenken.

Maria Becker und Gisela Bartonek vom Leitungsteam steuerten Gebete und Lesungen zu der Andacht bei. „Die Herbstzeit macht uns melancholisch. Wir erinnern uns an schöne Tage im Sommer. Die Ernte ist eingebracht. Kalte Wintertage stehen uns bevor“, sagte der Seelsorger in seiner Predigt. Wenige hatten mit der Ernte etwas zu tun, denn in unserer modernen Welt kaufen wir unsere Lebensmittel im Supermarkt. Das ist bequemer als im Garten zu schuften. Erschreckend viele Tonnen Lebensmittel werfen wir weg, dabei hungern Millionen Menschen auf der Welt. „Auf der Welt ist genug für alle da, es mangelt nur an der gerechten Verteilung.“ Weiter erinnerte Pfarrer Bertsch auch an unhaltbare Zustände in der Massentierhaltung.

Er empfahl, achtsam einzukaufen. Es darf auch mal beim Erzeuger in der Region etwas teurer sein und vor allem auf Produkte der Saison sei zu achten. „Wer braucht schon Spargel aus Peru?” Weil gemeinsames Singen in der Kirche nicht erlaubt war, begleitete Frank Meiswinkel an der Orgel Gotteslob-Lieder der Sänger aus der Brühler Schola – Franz Zorn, Peter Engels und Jürgen Gaisbauer.

Choräle, Psalme und Lieder

Der Ursprung der namensgebenden Gesangsformation, das einstimmige Singen einer Gruppe, geht auf das frühe Mittelalter zurück. „In eineinhalb Jahrtausenden hat der Schola-Gesang unzählige Pestausbrüche überstanden, und er wird auch die aktuelle Pandemie überleben,” sind die drei Sänger überzeugt. Franz Zorn als damaliger Sänger des Männergesangvereins Konkordia gehört zu den Gründern der Brühler Gruppe 1977, Peter Engels und Jürgen Gaisbauer kamen aus dem Kirchenchor dazu. Sie sehen es als vornehmste Aufgabe an, besondere Gottesdienste im Kirchenjahr singend mit Chorälen, Psalmen und Liedern aus dem Gotteslob mit zu gestalten. Damit diese Form, Gott zu loben, weiterlebt, brauchen sie dringend Verstärkung. Wer Freude am Singen im Gottesdienst hat, ist deshalb willkommen. Abschließend dankte Teamsprecherin Maria Becker allen, die zum Gelingen dieses Seniorengottesdienstes beigetragen hatten. Sie bedauerte den Wegfall liebgewonnener Veranstaltungen wie das traditionelle Herbstfest, wo alle Gäste im Pfarrzentrum mit erntefrischem Obst beschenkt wurden.

Trotzdem hatte sie auch dieses Mal für alle Gottesdienstbesucher eine Überraschung parat. Die Vorstandsdamen verteilten Tüten mit Äpfeln und Keksen. Weil weniger Gäste der Einladung gefolgt waren, freuten sich Mitbürger des betreuten Wohnens über die Geschenke.

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