Brühl

Bäumelweg-Nord Evangelische Stiftung Pflege Schönau errichtet in der Albert-Einstein-Straße vier Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise

Projekt als architektonischer Leuchtturm

Archivartikel

Brühl.„Es ist ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildcharakter“, gerät Christine Flicker, Sprecherin der evangelischen Stiftung Pflege Schönau, ins Schwärmen, wenn sie vom Projekt in der Albert-Einstein-Straße spricht. Auf rund 4000 Quadratmetern Grundfläche sollen dort vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 39 Wohnungen in nachhaltiger Holzbauweise entstehen.

„Die Stiftung verstärkt damit ihr wohnungsbauliches Engagement in der Metropolregion weiter“, fügt Ingo Strugalla, geschäftsführender Vorstand, hinzu. Bei allen vier Häusern, die auf der großen Brachfläche im Neubaugebiet Bäumelweg-Nord geplant sind, sollen dabei ökologischen Aspekten Rechnung getragen werden. „Jedes Haus wurde von einem anderen Architekten entworfen und trägt dessen unverwechselbare Handschrift“, berichtet Strugalla weiter. Dadurch entstehe ein buntes und lebendiges Quartier mit hoher Wohnqualität, ist er überzeugt.

Als vorbildlich bezeichnet die Pflege Schönau – sie besitzt rund 800 Wohn- und Gewerbeeinheiten in den badischen Zentren Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg – ihr umfassendes Planungskonzept, das den Architekturbüros als verbindlicher Rahmen für ihre Entwürfe diente. Es berücksichtige Nachhaltigkeit, Wohnkomfort und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen. „Damit leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz und sind gleichzeitig Vorreiter für modernes und nachhaltiges Bauen in der Region“, meint Strugalla.

Alle vier Häuser in der Brühler Albert-Einstein-Straße werden in ökologisch nachhaltiger Holzbauweise errichtet. Durch die Berücksichtigung mehrerer Entwürfe solle auch die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Holzbausysteme erprobt werden. „Dadurch sammeln wir wertvolle Erfahrungen, die der Region auch in zukünftigen Bauprojekten zugutekommen“, ist Strugalla überzeugt. So wird ein Mehrfamilienhaus beispielsweise ab Oberkante Keller komplett in Massivholzbauweise ohne den Einsatz von Leim errichtet.

Gesamten Lebenszyklus im Blick

Bei der Planung wurde der gesamte Lebenszyklus der Gebäude betrachtet, insbesondere im Hinblick auf die „Graue Energie“ der Baustoffproduktion, der Betriebs- sowie der Recyclingphase.

„Die Entwürfe erzielen mit einem minimalen Einsatz von Energie und Ressourcen die höchstmögliche Gesamtwirtschaftlichkeit, Behaglichkeit, Gebrauchstauglichkeit und Architekturqualität“, fasst Strugalla zusammen. Die notwendige Wirtschaftlichkeit ließe sich trotzdem realisieren. „Auch mit aufwendiger Planung und anspruchsvollen Zielen erzielen wir auskömmliche Renditen, wenn auch nicht im Spitzenbereich.“

Bis 2025 sollen durch Zukauf und Neubau 700 neue Wohnungen den derzeitigen Bestand auf insgesamt rund 1500 Einheiten nahezu verdoppeln. Zum einen schafft die evangelische Stiftung Pflege Schönau damit Wohnraum im angespannten regionalen Wohnungsmarkt der badischen Metropolen, zum anderen sichert sie damit künftige Mieteinnahmen, um ihren Stiftungszweck zu erfüllen.

Dieser besteht im Wesentlichen darin, kirchliches Bauen und Pfarrstellen in Baden zu finanzieren. Das Stiftungsvermögen mit umfangreichem Grundbesitz stammt ursprünglich aus dem ehemaligen Kloster Schönau im Odenwald, das 1560 im Zuge der Reformation aufgelöst wurde. ras/zg

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