Brühl

Reizklima in kurzer Zeit

In den vergangenen Jahren habe ich oft geklagt, es würde sie nicht mehr geben, die Übergangszeit. Das sanfte Hinübergleiten von Frühling in den Sommer, dann in den Herbst, den Winter und schließlich zurück in den Frühling. Die Übergangsjacken, von denen plötzlich jeder sprach, weil sie auf einmal vollkommen überflüssig waren, verstaubten im Schrank. Unser, einst durch die Übergänge der Jahreszeiten bedingtes Reizklima, wurde durch den krassen Wechsel von heiß zu kalt und umgekehrt abgelöst.

Doch das ist jetzt vorbei. Wir haben die hinfließenden Temperaturwechsel wieder: Jeden Morgen zwischen 9 und 10 Uhr. Gerade eben fährt man noch schlotternd von der Kälte der Nacht mit dem Fahrrad zuhause los, wenige Minuten später steigt die Quecksilbersäule immer mehr an, bis dem Radfahrer der Schweiß die Stirn herunterrinnt. Ja, ich weiß, was Sie jetzt denken: Der Strauch durchlebt die Wechseljahre.

Ich könnte mich ja eventuell ansatzweise zu dieser Diskussion hinreißen lassen, wenn nicht auch deutlich jüngere, hormon-stabilere Kollegen die gleiche Erfahrung machen würden – auch die, die nicht mit dem Rad zur Redaktion kommen. Vielleicht ist es jetzt doch wieder der Moment, die Übergangsjacke aus dem Schrank zu holen – zumindest für die Zeit zwischen 9 und 10 Uhr. Derweil kann man sich erfreuen, auf der Straße nebeneinander Menschen mit T-Shirt und mit Daunenjacke zu begegnen.

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