Brühl

Festhalle Nach dem Problem des Bodenbelags sorgt inzwischen der Brandschutz für Probleme / Klappen für den Notfall müssen nach und nach zugänglicher werden

Sanierung nun bis Ende Sommer geplant

Brühl.Der Stolz ist Jochen Ungerer anzumerken, als er die Pforten der Festhalle für unseren Besuch öffnet. Es hat etwas von den großen Film-epen, wie „Herr der Ringe“, wenn nach der umfassenden Sanierung die Türen zum Festsaal aufschwingen, doch dann plötzlich erstirbt die erhabene Melodie im Kopf. „Ich habe keine Ahnung, wann ich die Türen wieder für ein Kulturevent öffnen kann“, sagt er.

Und das liege nicht nur an den veränderten Richtlinien für den Brandschutz in Baden-Württemberg, die er inzwischen zu erfüllen versuchen müsse, sagt der Kulturbeauftragte. Die Pandemie macht aus seiner Sicht Kultur auch langfristig das kulturelle Angebot für die Menschen in der Region nur schwer erkennbar.

In diesem Fall geht es auch um den baulichen Zustand der Halle. Dabei stehen nicht irgendwelche Peanuts auf dem Programm, sondern es geht um eine gute Viertelmillion Euro, die letztendlich zu Buche schlagen wird, um alle Vorgaben zu erfüllen.

Positives im Negativen

„Aber es spielt uns in die Hände, diese Maßnahmen, für deren Umsetzung wir von den zuständigen Stellen ein paar Jahre Zeit für den Umbau bekommen haben, jetzt in der spielfreien Zeit umsetzen zu können“, findet er noch ein gutes Stück Positives im Negativen. Doch der Umbau muss kommen.

Der Boden der Festhalle hat die Verantwortlichen schon Nerven genug gekostet. Da kamen plötzlich Probleme mit dem Untergrund ans Tageslicht, die nur über konsequente Ideen überbrückt werden konnten (wir berichteten). Dann meldete sich plötzlich der Rhein-Neckar-Kreis in Person der zuständigen Sachbearbeiter des Brandschutzes unüberhörbar zu Wort. Die Halle müsse in einem Brandfall schneller vom Qualm befreit werden, um das Leben der Besucher zu retten.

Die bisherigen Vorkehrungen bei einem möglichen Brand in der Halle seien derzeit zwar gerade noch zu akzeptieren, wurde verkündet, doch für die Zukunft müsse man sich etwas einfallen lassen, um die Vorgaben zu erfüllen, lautete das Fazit der Stellungnahmen übergeordneter Behörden.

Lockdown kommt gerade richtig

„Da kam der Lockdown gerade richtig – wir haben die Pause im Veranstaltungskalender genutzt“, sagt Ungerer. Zwar habe man die Investition seitens der Gemeinde aktuell nicht unbedingt derzeit vorgesehen, doch das Herunterfahren der kulturellen Aktivitäten habe der Sanierung deutlich in die Hände gespielt. „So viel ist sicher: Wenn wir jetzt in der Zeit des Lockdowns die Leerstände für die Sanierung nutzen, fallen die Kosten für uns insgesamt niedriger aus“, so Ungerer. Allerdings brauchen auch diese Maßnahmen ihre Zeit, für die Festhalle heißt es deshalb bis mindestens in die Sommermonate hinein, dass die Festhalle wohl weder für Trainingseinheiten der Vereine, noch für Konzerte der Vereine oder Kulturevents der Gemeinde genutzt werden kann.

Die Bühnentechnik hingegen sei auf einem hohen Niveau, sagt Ungerer, es sei wirklich nur eine Anpassung der bisherigen Vorgaben, die zu den Maßnahmen geführt hätten. Dazu kämen aber auch ökologische Umbauten, etwa durch die Umrüstung auf LED-Leuchtkörper, die das bisherige Volumen von 16 000 Watt bei einem Auftritt deutlich nach unten bringen würde.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional