Brühl

Corona Seit diesem Montag haben die Friseure wieder geöffnet / Infektionsschutz fordert seinen Tribut / Viele Voranmeldungen

Scheren klappern kräftig in den Salons

Archivartikel

Brühl.In den Friseurshops duftet es seit Montag Morgen wieder nach Shampoos, Kuren, Spülungen und allerlei Haarfärbemitteln. Es wird geschnippelt, frisiert, koloriert – allerdings nichts mehr serviert. Mit neuem Schwung gehen die Friseure im Ort nach der Corona-Zwangspause wieder an ihre Arbeit.

Nurdan Akyol, Inhaberin des „Friseurshop Coiffeur und Cosmetics Cem“ in der Hildastraße, öffnet an diesem Morgen nach gut sieben Wochen wieder die Türen ihres Geschäfts für ihre Kunden. Und diese können es kaum erwarten, nun professionell gestylt zu werden. Beim Besuch unserer Zeitung sitzt bereits eine der 14 ersten Kunden nach der Wiederöffnung auf einem Stuhl im Salon – ihre Haare verstecken sich unter einer Tönung.

So zeigen sie wieder ihre Kunst – Akyol und ihre Schwester Nuray Edepoli, die während der Auszeit neben der Liebe zum Frisieren auch noch eine weitere Leidenschaft entdeckte: Das Malen. Eines ihrer Kunstwerke kann man im Friseurshop bewundern.

Beide sind voller Tatendrang und können es kaum erwarten, für ihre Kundinnen, die beide auch meist sehr gut kennen, zu beraten. Akyol erzählt: „Ich hatte vorhin eine neue Kundin, die sich beraten lassen wollte. Doch das ist nicht so leicht mit den Masken im Gesicht. Ich kann die Kunden vor mir nicht mehr richtig anfassen um zu sehen, welcher Schnitt überhaupt zur Kopfform passt.“ Der sehr offenen und lebensfrohen Frau tut es auch im Herzen weh, dass sie nicht den üblichen Service anbieten kann. Normalerweise liebt sie es, den Kunden noch einen Kaffee zu servieren oder ein Klatschmagazin zur Verkürzung der Wartezeit zu bringen. Das alles fällt weg.

Inspirationen gesammelt

In der unfreiwilligen arbeitsfreien Zeit tauschte sich Nurdan Akyol über Social Media mit vielen Kollegen in ganz Deutschland aus, holte sich neue Inspirationen. „Es war wirklich spannend zu hören, wie die Kollegen woanders ihre Zeit vertreiben.“ Nun freut sie sich umso mehr, dass sie wieder ihrer Leidenschaft nachgehen darf. „Wir kommen auch gut mit den nötigen Maßnahmen aus, desinfizieren nach jedem Kunden den Platz, waschen die Umhänge mehrmals täglich“, erzählt sie weiter. Das normalerweise fünfköpfige Team hat in dem Salon genug Platz, um sich nicht in die Quere zu kommen.

Obwohl Akyol bereits seit einigen Wochen keine Termine mehr für den gesamten Mai vergeben kann, rufen sehr viele Kunden an, die einen Termin vereinbaren wollen, berichtet die Friseurin. „Die meisten sind auch sehr verständnisvoll und aufmerksam, wenn ich ihnen mitteile, dass ich erstmal keine Termine mehr frei habe“, so Akyol, die normalerweise auch gerne ihre Stammkunden zur Begrüßung umarmt, auf diesen Gruß aber nun wegen des Infektionsschutzes verzichten muss.

„Außerdem legen wir die Termine für die kommenden Wochen sehr großzügig.“ Zur Arbeit mit dem Mundschutz meint sie: „Acht Stunden am Stück damit zu arbeiten, ist definitiv nicht leicht und eine ziemliche Umstellung.“ Dennoch hat Akyol an diesem ersten Morgen bereits vier Kunden frisiert.

Auch bei „Angelika’s Hair Fashion“ in der Mannheimer Landstraße läuft der Betrieb an diesem Montag – dem eigentlich freien Tag der Innung – wieder an. „Diese Situation ist auf jeden Fall aufregend und interessant“, so Inhaberin Angelika Dauth gegenüber unserer Zeitung über die neue Herausforderung.

Viele neue Umhänge

Aber davon lässt sie sich nicht beirren und ist mehr als froh, wieder für ihre Kunden da zu sein. Und so hatte ihr Friseurshop an diesem ersten Vormittag rund zehn Kunden, die sich von Dauth und ihren Kolleginnen verwöhnen lassen dürfen. Jedoch fällt auch hier der bisherige Service, wie Getränke oder Zeitschriften, vorschriftsgemäß weg. „Ich habe nach den Hygienevorschriften ziemlich viele Umhänge gekauft, die ständig gewechselt werden. Ich würde sagen, dass wir gut vorbereitet sind“.

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