Brühl

Evangelische Gemeinde Ostermorgenfeier noch vor Dämmerung

Schummriger Kerzenschein taucht in heimeliges Licht

Archivartikel

Brühl.Christus ist auferstanden! Noch vor der Dämmerung am Ostermorgen waren viele Menschen im evangelischen Gemeindezentrum zusammengekommen, um genau das in einer ökumenischen Ostermorgenfeier mit Pfarrerin Almut Hundhausen-Hübsch und Diakon Heiko Wunderling zu zelebrieren.

Im Dunkeln loderte das Osterfeuer im Außenbereich, um das sich die Gläubigen versammelten. Der Chor „InTakt“ stimmte unterm Dirigat von Jens Hoffmann feierliche Weisen an. Mitwirkende am Gottesdienst legten große Steine ums Feuer nieder, gaben ihnen Bedeutung, in dem sie ihnen Sprüche mitgaben: „Der Stein vor Jesu Grab war schwer“, „Oft bekommt man Steine in den Weg gelegt“ oder „Dies ist ein Stein für die Ängste der Flüchtlinge“ zum Beispiel.

„Mit Steinen gewaschen“

Der Titel der Feier, „Stone-washed“, was „mit Steinen gewaschen“ bedeutet, erschloss sich in Texten und Aktionen, die nach einer kurzen Prozession um das Haus herum und mit dem Einzug in den großen Saal des Zentrums den Ablauf bestimmten. Noch ganz umfangen vom beginnenden Dämmern des Tages begleiteten Gesänge und das Licht der Osterkerze, die Wunderling am Osterfeuer entzündet hatte, die ersten Minuten der Ostermorgenfeier.

Jeder Besucher hatte eine Kerze erhalten, die als Multiplikator des Lichts, das Jesus mit seiner Geburt und erneut mit seiner Auferstehung zu den Menschen brachte, mit der Osterflamme angesteckt wurde. Schummriger Lichterschein tauchte die Szene in heimeliges Licht. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde…“, mit dem Zitat aus dem ersten Buch Mose erzählten die Mitwirkenden den Beginn der Schöpfung.

Wie die Frauen ans Grab Jesu kamen, um ihn zu salben, wurde gesprochen. Auch davon, dass sie ihn dort nicht vorfanden, sondern der Stein weggerollt war vom Eingang der Grabkammer. „Aus dem Tod zum Leben“, war hier die Botschaft von Hoffnung und Liebe. Eine Geschichte zu Ostern wurde erzählt: Es ist die Geschichte von Katharina, einer ägyptischen Königstochter und deren Begegnung mit dem römischen Kaiser Maxentius, dem sie von Jesus erzählte. Das gefällt dem Kaiser. Jedoch, als es darum geht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, fordert Maxentius als Beweis, dass sie einen toten Stein zum Leben erwecken soll. Katharina kauft ein fast ausgebrütetes Entenei beim Bauern und geht erneut zum Kaiser, der sie verspottet. Sie legt ihm das scheinbar tote Ei in die Hände. Die kleine Ente bahnt sich ihren Weg ans Tageslicht. Der Kaiser wurde sehr nachdenklich nach dieser Aktion.

Parallel zur Geschichte wurden schwarz gefärbte Eier, die fast wie Steine aussahen von der dunklen Farbe reingewaschen und offenbarten ihre bunte Farbenpracht. „Die Nacht ist vorbei, wir erinnern uns an unsere Taufe“, forderte Hundhausen-Hübsch dazu auf, die brennenden Kerzen nach vorn zu bringen und sich mit dem Wasser aus den beiden Becken an die eigene Taufe zu erinnern.

Nach der Ostermorgenfeier verweilten die Besucher bei einem gemeinsamen Frühstück, das Helferinnen noch am ganz frühen Morgen frisch vorbereitet hatten, eine gute Weile im Gemeindezentrum, bevor jeder in seinen individuellen Ostersonntag startete. zesa

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