Brühl

Caritas-Ausschuss Facettenreiche Podiumsdiskussion zum Thema „Selbstbestimmtes Sterben“ im katholischen Pfarrzentrum

Schwebezustand zwischen Leben und Tod

Archivartikel

Brühl.Viele Menschen fürchten sich davor, dass sie am Lebensende unnütz und einsam sind und nicht mehr über sich selbst bestimmen können. Sie fürchten sich vor Schmerzen und einem schwer ertragbaren Schwebezustand zwischen Leben und Tod. Sie möchten in Würde sterben können.

Als der Caritas-Ausschuss der römisch-katholischen Kirchengemeinde Brühl/Ketsch die Frage „Selbstbestimmtes Sterben?“ als Thema für eine Podiumsdiskussion auswählte, zeigt sich sehr zügig, welcher Gesprächsbedarf rund um diese Problematik besteht. „Und schnell stellten wir fest, dass wir zu den verschiedenen Facetten des Themas die Informationen von kompetenten Fachleuten benötigen“, fasst Franz Hauns vom Caritas-Ausschuss seine Erfahrungen zusammen.

So wurden für einen Informationsabend am Dienstag, 9. Oktober, eine ganze Reihe von Experten eingeladen, die auch gleich ihr Kommen zugesagt haben. Auf dem Podium wird Klaus Holland vom Ambulanten Hospizdienst über Patientenverfügung, Vollmachten und Betreuungsverfügung sprechen. Frank Schöberl ist als Experte des stationären Hospiz Louise in Heidelberg dabei, zudem Palliativmedizinerin Gertrud Kokott. Das Quartett vervollständigt Dr. Verena Wetzstein – die Theologin ist Studienleiterin der Katholischen Akademie Freiburg und hat zum Thema des Abends promoviert.

Aus Tabu-Ecke hervorholen

„Wir versprechen uns von dem Abend, dass die Besucher aus verschiedenen Perspektiven über das selbstbestimmte Sterben kompetent informiert werden“, erklärt Diakon Heiko Wunderling. Das Thema koche immer wieder hoch, ergänzt Wilfriede Leist vom Caritas-Ausschuss, es ist von sehr persönlichen Sichtweisen geprägt.

Deshalb ist es auch ihrem Amtskollegen Walter Linsbauer wichtig, dass die Thematik des Sterbens aus der Tabu-Ecke hervorgeholt wird, denn es gehöre zum Leben dazu und müsse beizeiten bedacht werden, wie ihm die übrigen Mitglieder des Ausschusses zustimmen.

Kompetente Aufklärung

Auf diese Weise solle Un- und Halbwissen über die Möglichkeiten kompetent zu Kenntnis ausgebaut werden. „Beispielsweise bei der Hospizarbeit haben viele Menschen Angst, sie für sich in Anspruch zu nehmen“, weiß Hauns von seinem Engagement in der Schwetzinger Einrichtung.

Und welche Stellung bezieht die Kirche? „Aus Sorge um den Menschen setzen sich Christen dafür ein, dass das Leben eines jeden Menschen – gerade auch in der Nähe des Todes – zu jedem Zeitpunkt geschützt wird“, heißt es von der Bischofskonferenz, die aber auch ein Sterben in Würde propagiert.

Ein heißes Thema also, durch das Moderatorin Doris Steinbeißer im Pfarrzentrum führen wird. Dabei will sie auch das Publikum aktiv in die Diskussion einbinden. ras

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional