Brühl

Chorgemeinschaft Mehrtägige Reise führt zu den Sehenswürdigkeiten Norddeutschlands / Sänger sind im Bus, mit der Kutsche und mit dem Schiff auf Tour

Sie singen am größten und am kleinsten Leuchtturm

Archivartikel

Brühl.Die Chorgemeinschaft geht gerne eigene, richtungsweisende Wege, heißt es in einer Pressemitteilung. So führte sie ihre mehrtägige Reise in den Nord-Westen Deutschlands, nach Ostfriesland. Weites Land, frische Luft, klarer Blick – das ist das, was ein Sänger brauche, war man sich einig.

Auf der Hinfahrt gab es einen Aufenthalt im westfälischen Münster. Der Weg führte zum Wahrzeichen der Stadt, dem Dom St. Paulus. Dieses Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert hat viele gotische und romanische Elemente. Das Erste, was den Sängern bei der Ankunft in Jever beigebracht wurde: In Friesland reicht zur Begrüßung den ganzen Tag über ein schlichtes „Moin“. Leute die „Moin, Moin“ sagen, seien Schwätzer, hieß es.

Beim Besuchstag in Wilhelmshaven schipperte die Reisegruppe zum Jade-Weser-Port und zum Militärhafen. Es war eine herrliche Schifffahrt bei Sonne, Wind und Regenschauer. Ein Spaziergang vom Bontekai an den Südstrand zur Kaiser-Wilhelm-Brücke bot viele Eindrücke. Bei einer Frieslandrundfahrt fuhren die Sänger durch Ortschaften, von denen sie bis dahin nie gehört hatten. So zum Beispiel durch die Gartenstadt Wiesmoor mit der ältesten noch bespielbaren Orgel Europas. Aurich, die heimliche „Hauptstadt“ Ostfrieslands, war den meisten schon eher bekannt.

Weiße Klappbrücken

Weiter ging es in Richtung Emden. Aus der Ferne war in Emden-Suurhusen ein seltsames Kirchenbauwerk zu sehen. Der Turm dieser Kirche ist schiefer als der Turm von Pisa und gilt als schiefster Turm der Welt, schreiben die Sänger. Die 140 Kilometer lange Fehnroute ist durchzogen von schnurgeraden Kanälen und weißen Klappbrücken. In der Seehafenstadt Emden machten die Brühler einen Spaziergang um den alten Binnenhafen hin zum „Otto Waalkes Huus“. Emden ist die Geburtsstätte von Henri Nannen, Otto Waalkes und Armin Dall. In Campen wurde der höchste begehbare Leuchtturm Deutschland besucht. In Pilsum steht der kleinste Leuchtturm, „Otto’s“ Leuchtturm. „Beim Spaziergang durch Greetsiel verstanden wir auch, warum Greetsiel gerne als Ostfrieslands Puppenstube bezeichnet wird“, sagt Ludwig Wocheslander, Schriftführer der Chorgemeinschaft. Das Wahrzeichen des Ortes sind die historischen Zwillingstürme. Vom Damm in Neuharlingensiel konnte die Gruppe die Inseln Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge erblicken.

Mit einer Pferdekutsche ging es über die Insel Langeoog. Auf dem Naturpfad „Flinthörn“ kann man sich bestens über die Lebensräume der Vogel und Pflanzenarten informieren. Einige Reiseteilnehmer besuchten auch das Grab von Lale Andersen. Bei der Abendveranstaltung sorgten die Mitglieder Werner Wolf, Helga Hemmerich, Gertrud Zirnstein, Werner Schlecht, Horst Fröhlich und Franz Zorn sowie am Klavier Frank Meiswinkel für gute Unterhaltung. Ein besonderer Dank geht an Heinz Riese für 22 Jahre hervorragender Reiseorganisation. Ein lehrreicher Spaziergang führte durch die Altstadt von Jever. In der evangelisch-lutherischen Stadtkirche hatte Meiswinkel die Genehmigung zum Orgelspiel erhalten, Wolfgang Reiser die zum Singen. Beide harmonierten prächtig im Wechselspiel und so konnten die Mitreisenden besinnlich dem kleinen Musikvortrag lauschen. Jever ohne Brauereibesichtigung geht gar nicht. Alternativ wurde eine Teezeremonie mit Omas Kuchen angeboten.

Bereits auf dem Heimweg besuchte die Chorgemeinschaft Papenburg – das Venedig des Nordens. Binnenkanäle mit eine Gesamtlänge von 40 Kilometern bringen Besucher bis ins Zentrum der Stadt. Ziel war die Besichtigung der Meyer-Werft. Dort werden die größten Kreuzfahrtschiffe gebaut. Unter fachkundiger Führung wurde das „Puzzlespiel“, das Zusammenführen der einzelnen Bauteile vor Ort erlebt. Die Brühler hatten das große Glück, dass am Abend des Besuchstages die Taufe der „Aidanova“ anstand. Es ist das erste komplett mit Flüssiggas betriebene Kreuzfahrtschiff der Welt. Die Überführung der Ozeanriesen erfolgt auf der schmalen Ems zur Nordsee. Eine Zentimeterarbeit, nur etwas für Leute mit Können und starken Nerven. zg

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