Brühl

Chorgemeinschaft Hans Kämmerer ist seit über 30 Jahren Dirigent in der Hufeisengemeinde / Vera Pfannenstiel baut seit zwei Jahren das Nachwuchsensemble auf

Sie verleihen den Notenreihen eine kraftvolle Seele

Archivartikel

Brühl.Zu einem Konzert mit dem Titel „Klänge der Freude“ laden die beiden Ensembles „Männerchor“ und „Chorness“ der Chorgemeinschaft am Samstag, 10. November, ab 17 Uhr in die Schutzengelkirche ein. Die beiden Chöre werden von den Solisten Vera Pfannenstiel, Jürgen Gaisbauer (Tenor), Harald Fuchs (Bariton) und Scott Goes (Bass) unterstützt. Die Klavierbegleitung wird von Soyun Choi gestaltet.

In der langen Geschichte des Männerchors, der entstanden ist aus dem Zusammenschluss der traditionsreichen Chöre des Männergesangvereins Sängerbund und dem Gesangverein Konkordia, wurden hunderte unterschiedliche Lieder geprobt, bei Aufführungen präsentiert – manches ist auch wieder in die Ablage versenkt. Für das Konzert wurde dennoch unter Stabführung von Musikdirektor Hans Kämmerer neues Liedgut erarbeitet, das nun für besondere chormusikalische Momente im Gotteshaus sorgen soll.

„Groß, schlank, mit sicherem Auftreten und Künstlerbart als Markenzeichen, so kennen wir unseren Dirigenten“, erklärt der Vorsitzende der Chorgemeinschaft, Gerd Scherer. Und dann stellt er Kämmerer im Gespräch mit unserer Zeitung vor – gleichwohl wirkt das, wie das Tragen der Eulen nach Athen.

Geboren ist Kämmerer in Mannheim. In Landau studierte er auf Lehramt mit Schwerpunkt Musik und wohnte auch einige Zeit in der Stadt sowie im südpfälzischen Knittelsheim, bis es ihn wieder in die badische Heimat zurückzog. Seit 1987, also nun schon über 30 Jahre, ist Kämmerer Chorleiter des Männerchors und seiner Vorläufer in Brühl.

Beweis der Zufriedenheit

Diese lange Zeit der Verbundenheit ist für Scherer ein Beweis der Zufriedenheit der Sänger mit Hans Kämmerer. Übrigens bei der Zusammenführung der Traditionsvereine zur Chorgemeinschaft, im Jahr 2014, hatte sich eine sehr deutliche Mehrheit der Sänger beider Vereine für das Dirigat von Kämmerer entschieden. Andererseits zeige diese lange Zeit der Verbundenheit aber auch, „dass Kämmerer seinerseits im Chor eine, ich möchte fast sagen, Lebensaufgabe gefunden hat“ so Scherer.

Ein Chorleiter müsse die Fähigkeit besitzen aus einer Notenreihe eine Folge von lachenden, weinenden, stolzen oder ängstlichen Tönen, eben ein hörenswertes Lied zu gestalten, er müsse dem Lied eine Seele verleihen. „Das Ergebnis ist dann oft eine schon künstlerische Wiedergabe mit einem besonderen und meist auch unverwechselbaren Chorklang“, sagt Scherer.

Die Zukunft des Männerchors sieht Kämmerer, in der steten Erneuerung des traditionellen Liedguts hin zu neuzeitlicher Chorliteratur. Ein Gedanke bei dieser Zielrichtung ist auch, jüngere Männer für den Chor zu interessieren und zum Mitsingen zu animieren.

Gegen diese langjährige Erfahrung sieht Vera Pfannenstiel fast wie ein Neuling aus, obwohl sie viel Erfahrung in die Chorgemeinschaft einzubringen hat. Sie ist seit der Gründung des Ensembles „Chorness“ 2016 für die musikalische Entwicklung der derzeit 57 aktiven Sänger des Chors, verantwortlich.

Unterschiedliche Klangfarben

Sie verfügt über ein abgeschlossenes Studium als Chorleiterin. Diese Fachkenntnis befähigt sie, so betont Scherer gegenüber unserer Zeitung, den Chor zu führen und die Proben interessant zu gestalten. Ihre Freude an der Probenarbeit übertrage sich sehr positiv auf die Sänger, was nicht zuletzt durch deren regelmäßigen Probenbesuch bestätigt werde.

Pfannenstiel legt großen Wert auf die Ausbildung der Stimmen und die Entwicklung eines hörenswerten eigenständigen Klangs des Chors. Qualität ist für sie erreichbar durch so wichtige Aspekte wie Warm-up beim Einsingen und die Stimmbildung zur Verbesserung der Aussprache. Diese Basis wird unterstützt durch rhythmische Übungen wie klatschen, patschen, sich bewegen, die Stimmlagen zu mischen um einander zu hören. Ein besonders angestrebtes Ziel ist die Verbesserung der kontinuierlichen Veränderung der Intonation beim Singen. Damit können bestimmte Aspekte der Bedeutung eines Liedtextes besonders ausgedrückt werden.

„Chorness“ teilt sich in Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen. Jede Stimme hat eine eigene Melodieführung, die gleichzeitig und miteinander in Klangfarben im Stande ist, harmonische Pracht in die Ohren der Konzertbesucher zu zaubern. Ein Beweis für das Erfolgsrezept von Pfannenstiel ist das Mitwirken von „Chorness“ nur ein Jahr nach der Gründung beim Konzert „Klänge der Freude“. ras/zg/Bilder: Scherer

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