Brühl

Katholisches Altenwerk Beim Grillfest bei den „Buffalo’s“ unterhält Stephan Kraus-Vierling an der Gitarre die Gäste / Maria Becker erfreut mit einer Mundart-Ode

„Stips“ bringt alle zum Mitsingen

Archivartikel

BRÜHL.Lebendiger konnte das Western-Feeling unter den roten Bergen am Weidweg nicht sein: Die Hitze flirrte über den „Red Rockys“, Stephan „Stips“ Kraus-Vierling griff zur Gitarre, brachte „Cowboy Joe aus Texas“. Yippieh ya yeah! In der „Station“, einem Holzunterstand, saßen rund 60 überwiegend weibliche Senioren, die auf Einladung der „Buffalo’s“ mit dem katholischen Altenwerk hierhergekommen waren.

Die erste Runde kühle Getränke stand schon auf den Tischen, als die Teamsprecherin des Altenwerks, Maria Becker, mit netten Worten begrüßte. Dank ging ihrerseits an die Vorsitzende des Western-Vereins Monika Molisse, die mit einigen Helfern da war und sich ums leibliche Wohl der Gäste kümmerte: „Viele von uns arbeiten noch, deshalb sind heute auch die Tänzer leider nicht da.“ Dafür erntete sie Verständnis, aber auch ein enttäuschtes „Schade“, denn die Line-Dancer kamen immer gut an.

Kraus-Vierling schaffte es aber, auch die Damen und Herren zu unterhalten und zum Singen zu bringen. Becker indes hielt gereimte Worte zur Hand, die sie vortrug. Vom Glück sprach sie, das gar nicht mal so selten sei, in jedem neuen Morgen liege oder in Tagen ohne Sorgen, immer jedoch in froher Runde Gast ist.

Eine solche war die Gruppe, die lautstark singend ihre Herzen in Heidelberg verlor, weil „Stips“ das gerade anstimmte. Im Hintergrund werkelten die „Buffalo’s“ am Grill, die ersten Bratwürste wanderten auf Teller, ein Brötchen gab es dazu. Bei diesem Ausflug hatten einige, gerade die über 90-Jährigen abgesagt, es war einfach zu heiß. Im Gros waren die agilen Älteren 75 Jahre und älter.

„Die Koller ruft“

Das Stimmengewirr aus vielen Gesprächen rund ums Essen und den netten Nachmittag zeigte, dass sich alle sehr wohl fühlten. Im zweiten Grilldurchgang gab es Steaks, auch die waren ratzfatz weg. Zur Verdauung las Maria Becker „Die Koller ruft!“, eine Mundart-Ode an die Insel und die Fähre vor. „Die Sunn am Himmel lad dich ei, um uf de Koller Gaschd zu sei zum Radle, Laafe, Angle, Schwimme, zum Segle, Paddle, Zelde, Trimme“, skandierte Becker und schloss, wie es die gedruckten Zeilen vorgaben: „Niwwer – riwwer, hie un her! Wie arm wär Briehl, ohne Koller un Fähr!“

Und weil das Singen immer Spaß macht, zückte Becker die Liedhefte und eine Kreation zur Melodie von der „Schwäbischen Eisenbahn“, die dieses Mal ein Loblied auf die Vielfalt der Kartoffel untermalen durfte, wurde angestimmt. Stephan Kraus-Vierling stimmte mit ein und der Gesang wurde rund. Maria Becker erklärte inzwischen, dass im dreiwöchigen Rhythmus das Altenwerk Aktionen anbietet. Dazu zählen Feste, Ausflüge, Gottesdienste und auch Vorträge zu aktuellen oder religiösen Themen. Gymnastik, Walking und vieles mehr bieten die Aktiven an.

Dann stand noch ein Wunschkonzert auf dem Plan, Stephan Kraus-Vierling stimmte das Volkslied „Der Jäger aus Kurpfalz“ an – und alle sangen mit. Ähnlich war’s bei „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ und einer Litanei weiterer Lieder, die bei Laune hielten und weit über die Brühler Prärie schallten – bis in den frühen heißen Abend, als sich die Versammlung auflöste. „Bis zum nächsten Jahr“, klang der Abschiedsgruß. zesa

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