Brühl

Feuerwehreinsätze In der Nibelungenstraße wird entwurzelter Baum gefällt / Werbeschriftzug stürzt von Fassade herab

Sturmtief sorgt für viel Wirbel

Region.Einen spektakulären Einsatz bescherte gestern am späten Nachmittag das Sturmtief „Eberhard“ der Freiwilligen Feuerwehr Brühl. Eine 15 Meter hohe Tanne war in der Nibelungenstraße beim Kreisel teilweise entwurzelt worden und drohte auf die Straße zu stürzen. Mit Unterstützung der Schwetzinger Kameraden wurde der Baum gefällt. Außer fiel ein „Welde“-Schriftzug von einer Fassade in der Mannheimer Straße herab und im Oftersheimer Weg mussten mehrere Meerschweinchen gerettet werden.

Ansonsten waren die Wehren in Brühl bei knapp 20 Einsätzen, die in Schwetzingen bei fast 25 und die in Hockenheim mit knapp einer Handvoll gefragt. Doch bei allen Einsätzen wurde niemand verletzt, hieß es gestern Abend in einer vorläufigen Zwischenbilanz.

Strommast wird umgeweht

In Schwetzingen beschäftigte der Orkan die rund 30 Mitglieder der Wehr von 14.40 Uhr an. Vor allem herabfallende Dachziegeln – beispielsweise in der Marstallstraße – abgerissene Abdeckungen – so ein Wellblechdach in der Markgrafen Straße und eines in der Blumenstraße – umgestürzte Bauzäune – in der Augustastraße fiel einer in die Baugrube – und herumfliegende Schilder sorgten für jede Menge Arbeit.

In den Krautgärten stürzte ein Strommast um, ein zweiter geriet massiv in Schieflage. Die Wehr sicherte den Unglücksort, das Energieunternehmen kümmerte sich um die Wiedereinrichtung der Stromversorgung. In der Leipziger Straße drohte ein Baum auf ein Auto zu stürzen – auch dort nahm die Wehr eine Sicherung vor. Umgestürzte Bäume waren auch das große Thema in der Friedrichsfelder Landstraße – dort gab es bis in die Abendstunden gleich mehrere Einsätze.

Werbung fällt von Fassade

Eine der ersten Alarmierungen der Brühler Wehr klang wie aus der Sesamstraße: „Hier liegt ein M auf der Straße.“ Tatsächlich war es ein W, das vom „Welde“-Werbeschriftzug an einer Fassade in der Mannheimer Straße auf den Gehweg herabgefallen war. Da sich weitere Teile des Putzes gelöst hatten, wurde dieser Bereich der Straße gesperrt.

In einem Garten im Oftersheimer Weg waren zwei Tannen umgeweht worden und hatten mit ihren Wurzeln ein Gehege mit vier Meerschweinchen nach oben geschleudert. Die Tierchen konnten von der Wehr unverletzt geborgen werden, die Bäume wurden komplett gefällt.

Der größte Einsatz war am Kreisel in der Nibelungenstraße. Dort geriet eine riesige Tanne in Schieflage. Zunächst sollte der Baum sukzessive von der Spitze Richtung Boden entfernt werden. Da jedoch der Wind bei der Fällaktion noch immer in starken Böen wehte, wäre das zu gefährlich für die Besatzung des Drehleiterfahrzeugs geworden, die diese Arbeit hätten vornehmen müssen.

Also wurde ein Führungsseil um den Baum gelegt und dann eine komplette Fällung vorgenommen, die keine größeren Schäden verursachte. Ansonsten waren die Feuerwehrfahrzeuge bis oben mit Schildern und Werbetafeln gefüllt, die sich durch den Sturm selbstständig gemacht hatten und drohten auf ihrem Flug Sachschaden anzurichten oder Menschen zu verletzen.

Belüftungsanlage fliegt weg

Das hätte auch in Hockenheim passieren können. Dort riss der Orkan in den Abendstunden die Belüftungsanlage vom Dach des „Burger King“. Außerdem wurden zwei Bäume, ein Gartenhäuschen und das Dach eines Carports vom Winde verweht. Das beschäftigte rund 20 Wehrleute.

Insgesamt scheint die Region bei Sturmtief „Eberhard“ aber noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

Info: Ein Video vom Einsatz in Brühl und weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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