Brühl

Partnerschaft Gutsel aus der Kurpfalz erfreuen beim Adventsmarkt im französischen Ormesson

Süßes vergoldet das Jubiläum

Brühl.Es ist in diesem Jubiläumsjahr schwer, an zwei Extrempunkten der Geschichte vorbeizukommen. Zum einen an den Schlachten des Ersten Weltkrieges, zum andern am runden Geburtstag der Partnerschaft zwischen dem französischen Ormesson-sur-Marne und dem kurpfälzischen Brühl. Und so werden Christstollen und Weihnachtsgutseln zu ganz besonderen Brühler Botschaftern beim Weihnachtsmarkt in der französischen Partnergemeinde.

Zwei Dinge liegen in diesem Zusammenhang dem früheren Gemeinde- und Kreisrat Helmut Mehrer besonders am Herzen, wie er gegenüber unserer Zeitung erklärt: die Brühler Senioren und die Partnerschaft mit der französischen Marnegemeinde. Deswegen moderierte er nicht nur die vorweihnachtliche Feier der Gemeinde (wir berichteten), sondern vollbrachte noch am gleichen Abend die sportliche Leistung, mit 30 Kilogramm Weihnachtsgebäck aus der Brühler Bäckerei Lutz per TGV vom Mannheimer Hauptbahnhof an den „Gare de l’Est“ zu fahren, wo ihn seine Ormessoner Gastgeber, Jacques Crocheton und Gemeinderat Guy Martin, abholten und mit seiner wertvollen Fracht ins „Centre Culturel“ zum Weihnachtsmarkt brachten.

In der Partnergemeinde fanden die 40 Stollen und 40 Pakete Weihnachtsgutsel an den beiden Tagen wissbegierige Käufer: „Wann werden die Stollen gebacken? Was ist alles drin? Kann man sie aufbewahren, und wie?“ Viele Fragen stürmten auf Mehrer ein, die er versuchte, kompetent zu beantworten.

Stollen sind ein echter Renner

Die Reise war für ihn ein Erfolg, wie er in einer Bilanz gegenüber unserer Zeitung äußerte. Alle Stollen wurden verkauft – bis auf die zwei, die Bürgermeister Dr. Göck, mit dessen Unterstützung Mehrer die Reise angetreten hatte, seiner Amtskollegin Marie Christine Ségui und der Partnerschaftspräsidentin Michèle Crocheton mit allen guten Wünschen zum Weihnachtsfest überreichte.

Erinnerungen an 40 Jahre

Mit ihrem Dank an die Hufeisengemeinde für die Geschenke hoben die beiden Verantwortlichen den Wert der Brühler Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt vor den Toren von Paris hervor: „Auf diese Weise werden die Partnerschaften mit allen Gemeinden, auch dem englischen Northallerton, dem libanesischen Roum und der portugiesischen Partnerin Penela im Bewusstsein der Stadt verankert.“

Wichtig für Helmut Mehrer, der am späten Sonntagabend in die Kurpfalz zurückkehrte, waren jedoch die Gespräche mit Madame Crocheton und ihrer Mannschaft. Und da waren als Themen auch das Bemühen, den Brexit mit den kommunalen französisch-englischen Kontakten zu überwinden oder auch den sorgengeplagten Libanon zu unterstützen.

Dennoch nahmen auch die Kontakte zwischen der badischen Rheingemeinde und dem gastgebenden Ormesson einen breiten Raum ein. Die Erinnerungen an die zurückliegenden 40 Jahre, das gelungene Jubiläum im Sommer, die Vorbereitung des deutsch-französischen Tages am Freitag, 19. Januar, und der Wunsch des Chors Viva Voce, relativ zeitnah in Brühl aufzutreten waren wichtige Gesprächsthemen.

„Eine Partnerschaft, so entstand der Eindruck, bilde immer weitere Kreise wie ein Teich, in den ein Stein gefallen ist“, fasste Mehrer gegenüber unserer Zeitung seine Empfindungen nach dem Adventswochenende im französischen Ormesson zusammen. zg/ras

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel