Brühl

Jubiläum Feierlichkeiten des FV Brühl mit Sport-, Party- und Jugendprogramm / Gemeinde und Verbände gratulieren zum 100-jährigen Bestehen

Tradition als Sprungbrett begreifen

Archivartikel

Brühl.100 Jahre sind ein Zeitfenster, das ein durchschnittlich lebender Mensch normalerweise nicht erleben darf. Auch für einen Verein sind 100 Jahre eine stattliche Zahl, die viel über die Arbeit des Vereins und dessen Zusammenarbeit aussagt, findet der erste Vorsitzende des Fußballvereins 1918 Brühl, Karlheinz Knoll. „Den FV Brühl gibt es nun ganze hundert Jahre. Das sind viele Generationen, die das nicht nachlassende Interesse am Fußball und am Verein verbindet – das ist eine super Sache, die wir mit diesem Jubiläumswochenende feiern wollen“, zeigte er sich sichtlich stolz beim Bühnenaufbau am Freitagabend, bevor aus gemütlichem Beisammensitzen im Festzelt ausgelassenes Partymachen wird.

Denn die sechsköpfige – in unserem Verbreitungsgebiet bekannte – Party-Rockband „Bongaz“ sorgte bis nach Mitternacht für die passende Stimmung und einen würdigen Auftakt der Feierlichkeiten. Frisch geduscht gesellten sich auch die AH-Mannschaften des FVB dazu, denn zuvor fanden zwei Freundschaftsspiele gegen die TSG Rheinau und den SV Rohrhof statt. Rheinau siegte mit 7:1, doch beim Derby gegen den SVR konnte sich die AH-Mannschaft des FVB mit 2:0 durchsetzen. „Das wird jetzt kräftig gefeiert“, freute sich Spieler Alexander Metz, bevor es bei kühlem Bier und Grillgut ins Festzelt ging.

„Lieberampool“ siegt vom Punkt

Der Samstag stand im Zeichen der Jugend: Erst traten Jugendmannschaften verschiedener Vereine im Leichtathletik-Dreikampf (50 Meter, Weitsprung, Weitwurf) gegeneinander an, dann im Fußball und abschließend bot die Kampfkunstabteilung des FVB Trainingselemente mit Schwert und Stock für Kinder an. Doch da – entgegen der Redewendung – in diesem Fall auf Sonnenschein sehr starker Regen folgte, geriet das Programm zwangsläufig ein wenig durcheinander.

So fiel der 600-Meter-Lauf für die Kids buchstäblich ins Wasser. „Schade, ich wäre gerne noch gelaufen“, bedauerte Valerie Georg (8) vom TV Schwetzingen 1864, die beim Dreikampf den dritten Platz bei den Mädchen schaffte. Zwillingsschwester Isabel (8) wurde sogar Erste – ihre Lieblingsdisziplin sei Weitsprung, erzählt sie nach der Siegerehrung, die von Finanzvorstand Stefan Hoffmann unter Bedachung moderiert wurde.

Die Darbietungen in der Kampfkunst und Selbstverteidigung fanden dann im trockenen Festzelt auf Bodenmatten unter der Leitung von Abteilungsleiter Matthias Klemt und Jugendleiter Robin Wachter statt.

Das Highlight als Abschluss eines sportlichen Samstags war das berüchtigte Elfmeterturnier, bei dem 32 Mannschaften – durchmischt von Hobbyspielern und Profis – im Flair eines Nachtturniers bis 23 Uhr in Gruppenphase und K.o.-Phase gegeneinander antraten.

Gewonnen hat die Mannschaft „Lieberampool“ – für viele ist jedoch der Zweitplatzierte „Erwins Kurze“ Sieger der Herzen, da Vereinslegende Erwin Schön, der seit 1983 Teil des Vereins ist, souverän mitkickte. Neben dem Hauptverantwortlichen Philipp Mitsch wirkten zahlreiche weitere Vereinsmitglieder und Helfer am Elfmeter-Turnier mit – der momentan verletzte Torwart der zweiten Mannschaft, Robin Bittner, sorgte als Schiedsrichter für Fairplay: „Auch wenn ich gerade nicht selbst mitspielen kann, freue ich mich, Teil des Turniers zu sein“, engagierte er sich.

Festschrift kommt sehr gut an

Engagement ist das A und O eines Vereins, der seit 100 Jahren nicht nur besteht, sondern seine Angebote im Laufe der Zeit auch flexibel an die unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse anpasste und stets neue Impulse setzte, betonte Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der zum offiziellen Festakt als Abschluss des Jubiläumswochenendes viele lobende Worte fand und neben weiteren Verbandsvertretern schöne Präsente überreichte.

Großen Anklang fand besonders die Festschrift „Von den Torflöchern zum Alfred-Körber-Stadion“, an der der Finanzvorstand Stefan Hoffmann maßgeblich beteiligt war und die laut Göck mit ihrer akribischen Recherche und detaillierten Entwicklungsbeschreibung ein außergewöhnlich gutes Pendant zum Gemeinde-Heimatbuch darstelle.

„Der Blick auf das, was war, schärft das Bewusstsein auf Ziele in der Zukunft“, deutete er ebenfalls das anstehende Bauprojekt „Sportpark Süd“ an, das den Umzug des FVB auf neues Terrain bedeutet. Der, laut Stadionsprecher und Festakt-Moderator Claudio Glässer, „personifizierte Sportpark Süd“ sei der erste Vorsitzende und Hauptverantwortliche Karlheinz Knoll. Dieser bezeichnete das Jubiläum als „Riesenerfolg“ und bedankte bei allen Unterstützern, von denen der Verein lebe. Ehrenvorsitzender Hans Motzenbäcker konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht am Festakt teilnehmen, ließ seine verfasste Rede jedoch von Claudio Glässer würdig vortragen, in der er dazu aufruft, Rückschau auf die Leistungsträger des Vereins, wie beispielsweise Heini Langlotz, zu halten.

„Höher, schneller, weiter“

Vorgänger Göcks und ehemaliger Finanzminister Gerhard Stratthaus beschrieb passend, wie der Fußball es seit der WM 1954 schafft, ein Volk zusammen zu schweißen und Selbstbewusstsein und Wir-Gefühl zu schaffen. Dazu solle die Tradition bewahrt werden und nicht als Ruhekissen, sondern als Sprungbrett gesehen werden. Ganz nach dem olympischen Motto „Höher, schneller weiter“ wird das dem FVB wohl auch noch weitere 100 Jahre gelingen.

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