Brühl

Trotz Hitze im Auto gelassen

Archivartikel

Manchmal wundere ich mich schon, dass es Themen gibt, über die man immer noch berichten muss. So stöhnten alle unter der Hitze des Wochenende – doch ein Autofahrer ignorierte die Rekordtemperaturen einfach und ließ in der Mannheimer Straße seinen Berner Sennenhund im Wagen zurück, um einkaufen zu gehen.

Schon von weitem konnte ich sehen, dass meine Frisörin ziemlich aufgewühlt war. Fünf bis zehn Minuten, so sagte sie, suche sie schon nach dem Besitzer des Autos. Vergebens. Ein paar Minuten beobachteten wir den Hund, der zwar nicht den Eindruck machte, in lebensbedrohlicher Situation zu sein, doch er war deutlich gestresst. Das halb geöffnete Fahrerfenster sorgte sicherlich nicht unbedingt für Erfrischung im halb in der Sonne geparkten Auto. Kurzentschlossen informierte ich die Polizei, die versprach über eine Halterabfrage Kontakt zum Autobesitzer aufzunehmen. Doch das schlug offensichtlich fehl, denn die einzigen, die sich in den nächsten 25 Minuten für den Hund im Auto interessierten, blieben wir beide.

Dann kam der Besitzer – tütenbepackt und bester Laune. Auf meinen Hinweis, dass das nicht der beste Umgang mit dem Hund sei, erklärte er mir, dass die fünf Minuten dem Hund nichts ausmachen würden und ja auch das Fenster geöffnet sei. Meinen Vorschlag, er möge doch einfach mal selbst fünf Minuten im Auto sitzen bleiben und die Hitze ertragen, während ich dem Hund etwas zu trinken gab, hörte der Mann schon nicht mehr, weil er – vor sich hin motzend – wegfuhr. Ja, Tierliebe hat viele Gesichter.

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