Brühl

Künstlerforum Wolfram Gothe und Winfried Rauscher präsentieren Kunst zur Pandemie / Werke sind in der Galerie Strobel ausgestellt

Um unsere Erdkugel kreist das Coronavirus

Archivartikel

Brühl.Nach einer langen Corona-Pause haben sich die Rohrhofer und Brühler Künstler des Künstlerforums zum ersten Mal seit Monaten wieder getroffen. Die Künstler sprachen unter anderem über die aktuelle Ausstellungssituation in der Kunstszene, heißt es in einer Pressemitteilung. Es gebe zwar verschiedene Ausstellungen, aber nur mit einem Anfangs- und einem Enddatum – ohne eine Vernissage wegen der latenten Infektionsgefahr.

Dass so eine epochale gesellschaftliche Krise Kunstschaffende nicht unbeeindruckt lassen kann, haben die beiden Forumsmitglieder Wolfram Gothe und Winfried Rauscher mit der Präsentation ihrer neuen Arbeiten dokumentiert.

Gothe hat ein 50 mal 100 Zentimeter großes Porträt des Papstes Franziskus vorgestellt, der inmitten des italienischen Katastrophenszenarios von Krankentransporten, Krankensälen mit Infizierten, an Beatmungsgeräten hängenden Menschen und Särgen mit den vielen Opfern der Krise, das Kreuz fest in der linken Hand hält. Mit der anderen Hand versucht er den bedrohlichen Schwall von Covid-19 Viren aufzuhalten. Neben der Darstellung der italienischen Tragödie in den einzelnen Bildsegmenten zeigt Gothe durch den leidenden Gesichtsausdruck des Papstes, dass er ein guter Porträtmaler ist, heißt es in der Mitteilung weiter.

Ausladender Metallschweif

Winfried Rauscher hat sein Kunstwerk aus Edelstahl bereits zwei Tage vor dem Künstlertreffen an der Pergola auf der Terrasse der Galerie aufgehängt. Es handelt sich um eine Erdkugel aus Edelstahl mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern, auf der alle Erdteile ziseliert wurden. Um die Erdkugel kreist ein Covid-19 Virus als kleinere Kugel mit vielen orangefarbenen Nippeln und einem ausladenden Metallschweif.

Anton Strobel hat in engem Kontakt zu Winfried Rauscher viele Phasen der Kreation und Konstruktion der Corona-Kugel mitbekommen und war nicht nur durch die künstlerische Stringenz beeindruckt, sondern auch von den vielen technischen Problemen, die Rauscher meist mit Bravour gelöst hat. „In unserem Diskurs über die Länge des Metallseiles für das Kunstwerk in hohen Räumen haben wir auch über den ,Botafumeiro’ in der Kathedrale von Santiago de Compostela gesprochen. Der dampfende Weihrauchkessel hinterlässt bei den Pilgern einen nachhaltigen Eindruck, besonders wenn er von ein paar Mönchen in weitem Bogen durch das ganze Kirchenschiff zum Pendeln gebracht wird“, meint Strobel.

Da nun die Schulen wieder beginne, möchten die Künstler besonders nach der langen und teilweise ermüdenden Phase des Homeschoolings den Rohrhofer und Brühler Lehrern anheimstellen, bei ihren Überlegungen zum Corona-Thema die Werke von den zwei Brühler Künstlern ins Kalkül zu ziehen. zg

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