Brühl

Haus & Grund Viele Zuhörer erleben Fachvorträge über säumige Mieter und Erbschaftsfragen

Vermieter darf nicht eigenmächtig handeln

Archivartikel

Brühl.Die zugkräftigen Themen „Hilfe, mein Mieter zahlt nicht!“ und „Die Nachlassregelung des Immobilieneigentümers“ sorgten beim Immobilien- und Erbrechtsforum von „Haus & Grund“ im Gasthaus „Traube“ für einen vollen Saal.

Zu Beginn erläuterte der zweite Vorsitzende es Regionalverbandes, Rechtsanwalt Wolfgang Reineke, die Struktur des Vereins und seine Aufgaben. Er warf einen Blick in Richtung Berlin zum Stichwort „Verlängerung und Verschärfung der Mietpreisbremse“, die auch und gerade in Brühl Anwendung findet und möglicherweise verlängert sowie im Hinblick auf die gedeckelte Neuvermietung durch die Landesregierung neu erlassen werden wird.

Dann befasste sich der Mietfachanwalt mit einem Thema, mit dem sich Vermieter immer wieder konfrontiert sehen: Was tun, wenn die Miete unpünktlich, unvollständig oder schlimmstenfalls gar nicht kommt? Klar sei, dass der Vermieter reagieren müsse, schon um zu zeigen, dass er seine Mieteingänge regelmäßig kontrolliert.

Aber die weitere Vorgehensweise sei in jedem Fall anders. Wenn Gründe für eine zurückgehaltene oder geminderte Miete genannt werden, gelte es, diesen nachzugehen. Werden jedoch keine Gründe genannt, so ergebe sich bereits dann ein Tatbestand für eine fristlose Kündigung, wenn der Mieter zwei Monate hintereinander einen Mietrückstand von mehr als einem Monat habe, so Reinecke.

Formalitäten sind zu beachten

Eine dauernd unpünktliche Zahlung müsse zunächst abgemahnt werden. Komme es zur Kündigung, seien Formalitäten einzuhalten, wie die richtige und vollständige Bezeichnung der Vertragsparteien und vor allem der wirksame, also beweisbare Zugang des Schreibens. Streng vom Gesetz verboten ist die sogenannte „verbotene Eigenmacht“, wie Abstellen von Wasser, Austausch von Schlüsseln oder gar Ausräumen von Möbeln.

Nicht minder interessant war der zweite Teil des Abends. Für Immobilieneigentümer sei die Nachlassregelung untrennbar mit Fragen der Erbschaftssteuer verbunden. Fachanwalt Michael Rudolf erläuterte, dass es beachtliche Einsparungsmöglichkeiten gäbe, diese aber nicht unkompliziert seien und wohl durchdacht sein müssten, denn was steuerlich gut sein kann, „schieße oft menschlich und wirtschaftlich am Ziel vorbei“.

Neben der testamentarischen Regelung wurde die vorweggenommene Erbfolge angesprochen, die eine später anfallende Erbschaftsteuer effektiv zu vermeiden helfe. Mit einer umfangreichen Fragerunde und schließlich mit viel Beifall wurde der informative Abend beendet. zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional