Brühl

Kreistag SPD-Fraktion stellt Antrag für Schuldnerberatung

Verschärfte Situation

Archivartikel

Region.Die Auswirkungen, die die Covid-19-Situation auf private Haushalte im Rhein-Neckar-Kreis haben wird, sind derzeit noch gar nicht abzusehen. Deshalb hat die SPD-Fraktion im Kreistag Rhein-Neckar in der jüngsten Sozialausschuss-Sitzung den Einstieg in die flächendeckende Schuldnerberatung beantragt. „Uns geht es um eine Konzeption für die schrittweise Einführung einer flächendeckenden, sozialen Schuldnerberatung“, so die sozialpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Renate Schmidt aus Eppelheim.

Schuldnerberatung werde bisher nur für einen eingeschränkten Personenkreis angeboten, etwa als niederschwellige Schuldnerberatung von einzelnen Kommunen. Über Gutscheine des Jobcenters werde auch bei Verbänden der freien Wohlfahrtspflege beraten.

Niedrigeinkommen als Risiko

Bereits vor der Corona-Krise lag die Überschuldungsquote im Rhein-Neckar-Kreis bei 7,8 Prozent. Aufgrund der aktuellen Lage sei davon auszugehen, dass sich die Zahl erhöhe, so Schmidt. Hauptüberschuldungsauslöser sei längerfristiges Niedrigeinkommen. Aufgrund der Corona-Krise sei davon auszugehen, dass die finanziellen Nöte von Menschen zunehmen würden, etwa durch Kurzarbeit oder Wegfall regelmäßiger Einnahmen oder durch Arbeitslosigkeit.

Die Themenfelder der sozialen Schuldnerberatung gehen weit über die in einer Schuldnerberatung eines Fachanwaltes hinaus. „Zudem hilft soziale Schuldnerberatung auch in erheblichem Umfang, Arbeitslosen- oder Krankengeld bis hin zur Grundsicherung einzusparen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende und Brühler Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der das Angebot und die Finanzierung einer flächendeckenden, qualifizierten sozialen Schuldnerberatung für alle Bevölkerungsschichten im Rhein-Neckar-Kreis für notwendig und gesellschaftlich sinnvoll hält. zg

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