Brühl

Natur Leserin Gudrun Monshausen entdeckt mediterrane Käfer

„Vielleicht ist das Tier ein Vorbote des Klimawandels“

Archivartikel

Brühl.„In den Bäumen hin und her, fliegt und kriecht und krabbelt er“, dichtete einst Wilhelm Busch über den Maikäfer. Und auch zurzeit liegt deutlich vernehmbar ein Brummen in der abendlichen Luft. Unserer Leserin Gudrun Monshausen aus Rohrhof ist das aufgefallen. Und sie entdeckte die Ursache des Brummens: „Ich habe einen interessanten Käfer in meinem Garten entdeckt – er ähnelt unserem Maikäfer, ist aber stärker behaart“, scheibt sie uns. Und sie zeigte sich verwundert, immerhin ist es inzwischen Juli – das wäre selbst für den ähnlichen, heimischen Junikäfer zu spät. Also begab sie sich auf Recherche und wurde fündig. „Meine Nachforschungen haben ergeben, dass es sich um Anoxia villosa, den südlichen Maikäfer, handelt“, erklärt sie. Sein deutscher Name ist auch Wollhaariger Haarschuppen-Laubkäfer. Das, wie sie findet, hübsche Insekt aus der Familie der Blatthornkäfer kommt eigentlich in Südeuropa und Kleinasien vor. Inzwischen sind sie jedoch auch in der Rheinebene zwischen Kehl und Darmstadt zu finden. Sehr häufig waren sie 2003 und 2007 in der Region um Hockenheim anzutreffen. „Vielleicht ist das Tier ja ein Bote des Klimawandels“, mutmaßt sie.

Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie profunder Kenner der Auenlandschaft unserer Region, stimmt Monshausen zu. „Es gibt viele Tiere, die zeigen, dass es deutliche Veränderungen in unserer Region gibt“, sagt er. Dann zählt er neben der inzwischen häufigen Gottesanbeterin und der Wespenspinne auch Tiere auf, die, gefördert durch die Hitzesommer in der Region, für echte Probleme sorgen: etwa die Tigermücke oder der Kalikokrebs. „Dieser Krebs löscht das Leben in kompletten Gewässern aus – das ist verheerend.“ Und dann fügt er noch hinzu, dass es nie gut sei, wenn Arten sich in fremden Lebensräumen ausbreiten würden, „das sorgt immer schnell für Probleme“. Diese Meinung teilt auch der Hockenheimer Biologe Uwe Heidenreich, der in Bund und Nabu aktiv ist, der Klimawandel sei da und zeige sich durch solche Erscheinungen, wie das vermehrte Aufkommen von Anoxia Villosa . ras/Bild: Monshausen

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