Brühl

Jugendkunstschule Ferien-Workshop mit Andrea Tewes / Schritt für Schritt feilen die Kinder Figuren / Politur sorgt für Glanz

Wale, Blätter und Autos aus Speckstein

Brühl.„Ich habe einen Mama-Wal mit ihrem kleinen Baby gemacht“, erklärte die zehnjährige Julia im Gespräch mit unserer Zeitung. Gemeinsam mit sechs anderen Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren hat sie vergangene Woche bei dem Ferien-Workshop „Skulpturen aus Speckstein“ der Jugendkunstschule mitgemacht. „Zuerst haben die Kinder ihren Stein mit groben Rasplen und Sägen in Form gebracht“, erklärte Leiterin Andrea Tewes, wie man vorgeht. Das sei der schwerste Schritt, weil man von allen Seiten an die Form heranmüsse und dafür eine gute räumliche Vorstellungskraft brauche.

Langsam arbeiteten sich die Kinder dann vom Groben in die Details vor und nutzten dafür immer feinere Schleifpapiere. Dabei muss viel Druck auf den Stein ausgeübt werden, dass die Oberfläche glatt und eben wird.

„Wenn der Stein das erste Mal ins Wasser gelegt wird – das ist der schönste Moment. In der Bildhauerei nennt man das die Taufe“, meinte Tewes. Der ganze Staub und Dreck vom Bearbeiten und Feilen werde dann weggewaschen und der Künstler sehe zum ersten Mal sein fast fertiges Werk. Anschließend wird mit Nassschleifpapieren, die eine unterschiedliche Körnung haben, der Feinschliff gemacht.

„Mir hat es am meisten Spaß gemacht, den Speckstein in Form zu bringen“, sagte die zwölfjährige Sophie. Sie hat sich dazu entschieden, aus ihrem Stein ein geschwungenes Blatt zu feilen. „Es war schon schwer, die Blattstruktur in den Stein einzuarbeiten, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, erzählte sie stolz. Bevor die kleinen Künstler ihre Skulpturen mit nach Hause nehmen konnten, polierten sie die Steine noch mit einer speziellen Politur, die zunächst einige Minuten einziehen musste. „Die sorgt dafür, dass mein Speckstein-Auto richtig schön glänzt“, erklärte der elfjährige Sebastian. Aus Speckstein verschiedene Figuren zu zaubern mache ihm großen Spaß.

Lenas rosa Monster

„Generell gilt: Je härter der Stein, desto mehr glänzt er“, sagte die Leiterin und erzählte, dass man beim Polieren der Steine genau wie beim Schuheputzen vorgehen muss.

„Ich bin mit dem Polieren fertig und habe jetzt ein schönes, rosa Monster“, meinte Lena, die das erste Mal eine Figur aus Speckstein angefertigt hat. Manche Stellen in Form zu bringen war zwar etwas kompliziert, Spaß gemacht habe es ihr aber trotzdem. caz

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional