Brühl

Wer bezahlt die Tanzmusik?

Der Kurs, den die Bundesregierung vorgibt, ist klar: Eltern sollen bei den Kosten für Kindergärten und Kindertagesstätten deutlich entlastet werden. Da reichen die Fordrungen bis hin zur Gebührenfreiheit – so steht es zumindest im Koalitionsvertrag. Auf diese Weise soll mehr Bildungsgerechtigkeit entstehen und Familien finanziell entlastet werden, erklären die Politiker.

Ein schöner Gedanke, vor allem ein konsequenter, denn auch die Schulbildung ist ja kostenfrei. Warum also die Grundlagen dafür, die in der frühkindlichen Bildung geleget werden, nicht auch kostenfrei gestalten? Frühkindliche Bildung ist enorm wichtig. Der Vorstoß der Bundespolitik fällt daher sicherlich in der Bevölkerung auf viel Beifall.

Ein Wegfall der Kosten wäre auch ein allgemeiner Anreiz vor allem für Geringverdiener, Kinder in die Kita zu schicken. Doch diejenigen, die da vollmundige Versprechen machen, können das ohne große Konsequenzen machen, denn die Kosten für die Kleinkindbetreuung tragen nicht sie, sondern vorrangig Kommunen und dann noch das Land. Und selbst, wenn das Land – wie etwa in Hessen – die ersten sechs Kindergarten-Stunden gratis serviert, entstehen den Gemeinden neue Kosten, etwa durch zusätzliche Mittagessen, die dann angeboten werden müssen.

Es heißt, dass derjenige, der die Musik bezahlt, auch bestimmt was getanzt wird – umgekehrt sollte dann aber auch der, der den Tanzstil vorgeben möchte, die Musik bezahlen. Sofern der Bund den Gebührenausfall der Kommunen nicht kompensiert, wird das zu Lasten der Qualität und des Kitaausbaus gehen.

Und dabei geht es Brühl finanziell noch eher gut, weshalb der Ausbau der Kinderbetreuung teilweise auch zusammen mit den kirchlichen Trägern engagiert vorangetrieben wird.

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