Brühl

Marion-Dönhoff-Realschule Nur noch zwei Familien sind aktiv / Vorstände Ralf Huber und Michael Witt suchen dringend Unterstützer / Großer Wille, aber wenig Gegenliebe

Wird sich der Freundeskreis bald auflösen?

Brühl.Eltern, die aktiv Schule mitgestalten – das war das Bestreben, den Schulalltag und Familien materiell und finanziell zu unterstützen, und zwar über die offiziellen Budgets hinaus und zum Wohle aller Schüler. Darauf zielt der Freundeskreis der Marion-Dönhoff-Realschule (MDRS). Außerdem war die Intension, die Kommunikation zwischen Eltern, Schule und Lehrkräften intensiver zu gestalten.

Bei der Gründung 2011, zuvor gab es bereits einen ähnlichen Ansatz, waren immerhin elf Mitglieder tätig. Heute besteht der Freundeskreis noch aus zwei aktiven Familien und etwa 100 Mitgliedern von insgesamt rund 600 Schülern sowie über 40 Lehrkräften. Der Jahresbeitrag liegt bei 12 Euro und einem Engagement bei einem Schulfest, Tag der offenen Tür oder Ähnlichem.

Nun ist es so, dass für die Kinder der beiden Vorstände Ralf Huber und Michael Witt die Schulzeit im nächsten Sommer endet. Damit entfallen auch die schulische Verbindung der Vorsitzenden und ihr Einsatz im Freundeskreis. Wie geht es weiter? Huber, seit 2015 Vorsitzender, blickt zurück: „Ursprünglich wurde der Freundeskreis gegründet, weil Gitarrenunterricht an der Schule gegeben werden sollte und die Gebühren verwaltet werden mussten.“

Zahlreiche Aktionen umgesetzt

Aus den anfänglichen Aktionen ist weit mehr geworden: Der schulische Internetauftritt ist erneuert, es gibt einen Schulsong mit passendem Video und über die Aktion „Schulengel“ werden Gelder generiert. Dazu gibt es eine Facebook-Seite mit Downloadfunktionen, die gepflegt wird. Mit EU-Fördergeldern wurde 2017 regionales Schulobst eingeführt. Die Förderung ist passé, der Freundeskreis zahlt die Obstbereitstellung für alle fünften Schulklassen mit 50 Euro monatlich weiter.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Ketsch gab es einen Stand mit Weihnachtsplätzchen, die die beiden Familien verkauften und damit weitere Aktionen des Freundeskreises finanzierten. Als Begrüßungsgeschenk für die Schüler gab es 2016 einen USB-Stick. Für die Erwachsenen wurden informative Abende wie „Lernen lernen“ oder der amüsant-aufgeweckte Vortrag des Autors, Erziehungsberaters und Kolumnist Jan-Uwe Rogge zum Thema Pubertät organisiert. „Die Vortragsabende waren kostenlos“, unterstreicht Huber und ist nach wie vor enttäuscht, dass lediglich 80 von 600 Elternpaaren sich dafür interessierten.

Das Jubiläum der Schule liegt noch nicht so weit zurück, damals hatten die Aktiven einen Mitmachzirkus gesponsert sowie einen Jahrmarkt mit vielen Ständen und Hüpfburg rund um die Schule organisiert. Dafür und für alle anderen Events wurde mit Flyern und Plakaten Werbung gemacht. „Unbürokratisch haben wir weniger gut situierten Familien geholfen und Schülern die Teilnahme an Ausflügen und Landschulheimaufenthalten und mehr ermöglicht“, erklärt Witt. Die schulische SAP-Lego-League wird außerdem finanziell unterstützt und alle Mitglieder bekommen zudem die zu den Jahresmottos passenden T-Shirts. Dazu gibt einen vierteljährlichen Newsletter des Freundeskreises, der über Aktionen berichtet. Genannt werden auch die Funktionstische im Foyer – eine der ersten Anschaffungen des Freundeskreises. Das klingt nach einer Sache, die läuft und den Schülern ein Plus beschert.

Kein fruchtbarer Boden

Wie ist die Unterstützung seitens der Lehrer und der Schule? „Man weiß, dass es den Freundeskreis gibt, bei Festen sind wir gern gesehene Organisatoren und Helfer“, sagen beide Herren unisono. Das wiederum hört sich an, als sei die Luft raus und als habe man keinen Elan mehr gegen Windmühlen anzukämpfen? Nachdem auch noch eine fundiert entwickelte Projektidee mit einzigartigem Vorbildcharakter keinen fruchtbaren Boden fand, ist das wohl auch so, bestätigt Huber. Im Groben ging es dabei Kompetenzen, also Internetnutzung, Konzepterstellung und Präsentation den Schülern in einem regelmäßigen Zusatzunterricht zu vermitteln. Kostenpflichtig, weil ein Fachmann die Leitung übernommen hätte. Vom Freundeskreis finanziert wäre für die Eltern ein Minimalbeitrag übrig geblieben.

Was Huber und Witt erzählen, zeugt von großem Willen und Einsatz, aber wenig Gegenliebe und danach, dass, ganz nach dem Motto „die Hoffnung stirbt zuletzt“, noch immer Ideen in den Köpfen schwirren, die aber nicht mehr zur Umsetzung kommen, denn es wird mit Schuljahresende 2019 den Freundeskreis wohl nicht mehr geben, wenn nicht endlich ein Ruck durch die MDRS geht und sich engagierte Menschen finden, die weitermachen.

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