Brühl

Kriminalitätsstatistik Sicherheitslage auf niedrigstem Stand im Fünf-Jahres-Vergleich / Elf Prozent weniger Straftaten / Ladendiebstähle steigen aber deutlich an

Zahl der Wohnungseinbrüche geht zurück

Brühl.Fragt man die Menschen, so zeigt sich, dass sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen in besonders unsicheren Zeiten wähnt – sie fühlen sich von Kriminellen bedroht. Schon im Vorfeld der Bundestagswahl war die Innere Sicherheit so zu einem der dominierenden Themen geworden. In der Tat vermittelt die jährlich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik allerdings das Bild eines recht sicheren Landes mit abnehmender Gesamtkriminalität.

Das spiegelt sich auch in der Hufeisengemeinde wider. Dort hat sich die Sicherheitslage in den vergangenen Jahren stetig verbessert – anders, als viele Menschen meinen, passieren insgesamt nicht mehr Straftaten, sondern tatsächlich Jahr für Jahr weniger. Im Jahr 2017 setzte sich dieser Trend fort und fiel in einzelnen Kriminalitätsfeldern, wie beispielsweise bei den Wohnungseinbrüchen und den Körperverletzungsdelikten, sogar noch deutlicher als in den Vorjahren aus.

484 Straftaten erfasst

Die Brühler Situation stellt sich unter dem Strich – auf die Anzahl der Einwohner prozentual umgerechnet – sogar günstiger als im übrigen Rhein-Neckar-Kreis und um ein vielfaches günstiger als in der nahen Stadt Mannheim dar.

Und bei den Taten, die begangen wurden, legt die Polizei nicht ohne Stolz eine positive Erfolgsbilanz vor. Über die Hälfte der begangenen Straftaten konnten von den Beamten erfolgreich aufgeklärt werden. Mit diesen Eckpunkten beschrieben Polizeirat Elmar Hörscher, Leiter des für Brühl zuständigen Reviers in Neckarau und Polizeihauptkommissar Alfred Bauer, Leiter des Postens Brühl, Bürgermeister Dr. Ralf Göck die Sicherheitslage in der Gemeinde.

Mit insgesamt 484 Straftaten wurden in Brühl 59 Straftaten weniger als im Vorjahr erfasst. Das entspricht einem Rückgang des kriminellen Geschehens um rund elf Prozent. In der Statistik des vergangenen Jahres waren für 2016 alles in allem 543 Straftaten erfasst worden – das waren schon 160 Straftaten weniger als 2015. Die aktuelle Anzahl der Straftaten liegt damit im Fünf-Jahres-Vergleich inzwischen auf dem niedrigsten Stand überhaupt.

Besonders deutlich fiel der Rückgang im Bereich der Körperverletzungsdelikte aus, die mit 40 erfassten Fällen um rund ein Drittel reduziert werden konnten. Allerdings war 2016 in diesem Bereich auch ein Extremwert von 58 Taten zu verzeichnen gewesen – vor allem durch Streitigkeiten im familiären Bereich – so dass man nun wieder auf einen Durchschnittswert der Jahre zuvor zurückgekommen ist.

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche wurde nach dem Rückgang, der schon im Jahr zuvor zu verzeichnen war, nahezu halbiert. „Das ist sicherlich auch den intensiven Bemühungen des Polizeipräsidiums Mannheim und dem ihm zugehörigen und für Brühl zuständigen Polizeirevier Mannheim-Neckarau mit seinem Polizeiposten in Brühl zu verdanken“, zeigt sich Göck bei der Analyse der Statistik überzeugt. Während im Vorjahr noch 17 Wohnungseinbrüche zu verzeichnen waren, belief sich die Bilanz 2017 auf zehn Taten.

„Unter diesen befinden sich sogar noch einige, die gar nicht vollendet wurden. Dennoch werden wir uns hier weiterhin bemühen, da Wohnungseinbrüche immer den ureigenen Privatbereich verletzen und damit traumatisierend wirken können“, sagt Polizeirat Hörscher und verweist zusätzlich auf die technischen Präventionsmöglichkeiten wie das Beratungsangebot des Polizeipräsidiums sowie die neue Internetseite zum Thema auf www.wachsame-nachbarschaft-rnk.de.

Weniger Räder geklaut

Auch die Anzahl der Fahrraddiebstähle und Sachbeschädigungen liegen gleichermaßen weit unter dem Vorjahres- und Fünfjahresniveau. Die Anzahl der Betrugsdelikte hat sich 2017 fast halbiert. Dies ist insbesondere einem Rückgang im Bereich der Warenbetrüge im Internet geschuldet, die durch einen Täter 2016 in extreme Höhen (95 Fälle) katapultiert wurde. Das relativiert den Rückgang natürlich wieder. Zum Vergleich: 2015 waren 36 Vermögens- und Fälschungsdelikte verzeichnet worden.

Einen deutlichen statistischen Zuwachs um 24 auf 59 Taten gab es allerdings im Bereich der Ladendiebstähle. „Oftmals sind solche Schwankungen aber auch abhängig von dem Engagement der Ladendetektive und von der kommerziellen Infrastruktur“, urteilt Göck.

Ein Anstieg um sieben auf 19 Fälle war außerdem im Bereich der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen zu verzeichnen. „Hier kann man nicht oft genug dazu raten, absolut keine Wertgegenstände im Fahrzeug zurück zu lassen, damit Diebe gar nicht erst auf die Idee kommen, das Auto aufzubrechen“, rät Polizeihauptkommissar Bauer aus seinem polizeilichen Erfahrungsschatz. Auch lose in Fahrradkörben oder auf Gepäckträgern transportierte Wertgegenstände seien darüber hinaus leichte Beute für Diebe. „Und sicherlich könnte man viele der Diebstähle aus den Autos ganz vermeiden, wenn die Autos in den Garagen und Einfahrten geparkt wären“, ergänzt Göck.

Nahezu unverändert blieb gegenüber dem Vorjahr (35 Taten) auch die Rauschgiftkriminalität, bei welcher 34 Straftaten verzeichnet wurden. Bei Rauschgiftkriminalität handelt es sich um sogenannte „Holkriminalität“. Das trotz des minimalen Rückgangs dennoch weiterhin deutlich über dem Fünf-Jahres-Schnitt liegende Niveau komme also durch die weiterhin hohe Kontrollintensität der gut ausgebildeten und motivierten Polizei zustande, so der Rathauschef in seiner Bewertung des Zahlenwerks.

Göck: Hohe Lebensqualität

Um die Kriminalitätsbelastung aber zuverlässig bewerten zu können, sollte man sein Augenmerk auf die sogenannte „Häufigkeitszahl“ legen, raten die Spezialisten. In dieser kommt die statistische Gefahr zum Ausdruck, in einem bestimmten Gebiet Opfer einer Straftat zu werden. Dazu wird das kriminelle Geschehen im Ort auf statistische 100 000 Einwohner hochgerechnet.

2017 belief sich die Häufigkeitszahl für Brühl auf 3429 Straftaten. Damit ist die Gefahr, in Brühl Opfer einer Straftat zu werden, erneut deutlich gesunken, denn 2016 lag der Wert bei 3895.

Der Wert von 2017 lag damit auch um ein Vielfaches geringer als zum Beispiel in Mannheim (11 448) oder im übrigen Rhein-Neckar-Kreis (4335). Diese Bilanz erfreute Bürgermeister Dr. Göck ganz besonders: „Das spiegelt die hohe Lebensqualität in unserer Gemeinde wider.“

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel