Brühl

Kolpingfamilie Künstlerischer Nachmittag mit Poesie und Piano in der Galerie Strobel / Gäste erfahren neue Perspektiven

Zuhörer verlieben sich in das literarische rote Haar

Brühl.Einige Kunstschaffende der Hufeisengemeinde haben sich zu einem Künstlerforum zusammengeschlossen. Ihr Zentrum ist die Galerie Strobel in der Römerstraße. Dorthin laden sie immer wieder Vereine und Gruppen ein, um sich im geselligen Umfeld von Poesie und Pianomusik ein Bild von der Kreativität im Ort zu machen.

Diesmal hatte das Künstlerforum die Kolpingfamilie zu Gast, die sich von dem Crossover der verschiedenen Musen überraschen lassen wollte. Kein Stuhl war mehr frei, als Wolfram Gothe die Gäste begrüßte – und er eröffnete den Abend gleich mit Poesie der heiteren Art. „Und wenn es tausend Schönere gibt – Ich hab mich in dein rotes Haar verliebt“, lauteten die Reime von François Villon, der Mitte des 15. Jahrhunderts lebte. Die Dichter Ignaz Castelli und Otto Ernst folgten mit ihren hintergründigen Reimen in der Rezitation Gothes.

„C’est si bon – Es ist so gut“ tönte vom Piano, das Anton Strobel spielte ebenso den Versen von Wilhelm Busch entgegen wie „Smile“, die ja stets zum Lächeln führen. Dem „Leichenredner“ von Gotthold Ephraim Lessing antwortete das Piano mit „Charmant“. Kästner und Ringelnatz durften in der Reihe der zitierten Autoren ebenso wenig fehlen wie Eugen Roth. Von Letzterem war „Nur“ zu hören – des ewigen Krieges blutige Spur liegt demnach nur am Wörtchen „nur“.

Nach einer Pause mit Kaffee und Kuchen tönten die Verse von Heinz Erhardt mit „Guck-Guck“ durch die Galerie. Und das leitet zum sogenannten „lokalen Dichterfürsten“ Wolfram Gothe über, der nun von der Rolle des Rezitators zum Interpreten eigener Werke wechselte. Mit seinen Versen ermunterte er die Anwesenden zum Mitreimen – das machte den Anwesenden erkennbar Spaß. Besonders der Tomatenfisch aus seiner Feder fand allgemeine Begeisterung – ist aber tatsächlich kein Rezept zur Nachahmung.

Flott ließ das Piano unter den Fingern von Strobel noch „Kalinka“ erklingen und – ein wenig zarter – den Song „Eine Melodie geht um die Welt“.

Gerhard Zirnstein, der Vorsitzende der örtlichen Kolpingfamilie, fand anerkennende Worte für den gemütlichen Nachmittag in der Galerie in der Römerstraße. Er zeigte sich von der Kombination aus Poesie und Piano angenehm überrascht – und das fand auch die Zustimmung der übrigen Gäste.

Strobel gestaltete das Finale. Von den Musikboxen ließ er Musik des Interpreten Götz Alsmann erklingen, die er mit seinem Piano abrundete. „Der Schleier fiel von meinen Augen, durch den ich dich bis heut ’ geseh’n“, hieß es dabei – das traf wohl auch auf die Kolpingfamilie zu, die das Künstlerforum bisher doch wohl auch nur durch einen Schleier gesehen hatte. cla/ras

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