Brühl

Zwei Seiten eines Wortes

Archivartikel

Endlich weiß ich, wer an meinem Stuhl sägt“, sagt er und grinst breit. Als der Gymnasialdirektor i. R. und Angelsportverein-Rohrhof-Vorsitzende Dr. Adalbert Nessel – wenngleich auch scherzhaft – mit dem Finger auf mich zeigt, weiß ich: Da ist was schiefgelaufen. Denn bei allem i. R. und a. D. sei ihm nicht bewusst gewesen, dass er die Kerweborscht verlassen wolle. Ups, das muss ich ihm angedichtet haben.

Wie in einem actiongeladenen Spielfilm ploppen Sequenzen der vergangenen Tage in meinem Hirn auf. Dann weiß ich es: In der Einladung stand: Begrüßung Owwerkerweborscht Zelt, Übergabe Kerwerepräsentantin Almut Hundhausen-Hübsch und Abschied Adi Nessel. Und plötzlich wird mir klar, dass man Verabschiedung in zwei Richtungen sehen kann, nicht nur in die, dass Nessel verabschiedet wird.

Als ich dann – wegen meines Fehlers tief in Gram gebeugt – seine Verabschiedung der Kerwerepräsentantin erlebt habe, war mir klar, dass Nessel als Kerweborscht noch sowas von voller Saft und Kraft steckt, noch lange nicht zum alten Eisen gehört und an Esprit mit der Reife der Jahre nur noch hinzugewonnen hat (Merkt man, dass ich was gutzumachen habe?).

Kurzum: Nicht er wurde verabschiedet, sondern er aktiv hat verabschiedet. Das sogar ganz, ganz fulminant. Und da vermeintlich aus dem Amt Geschiedene noch länger aktiv sind, können wir uns noch auf viele Jahre mit ihm im Kreis der Kerweborscht freuen. Gott sei Dank.

Aber jetzt im Ernst: Entschuldigung für das Missverständnis.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional