Eppelheim

Christuskirche Chöre des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums begeistern mit fulminanter Carmina-Burana-Aufführung / Bekannte Gesichter von früheren Darbietungen

Überwältigende Strahlkraft auch beim dritten Mal

Archivartikel

Eppelheim.„Fortuna hatte es mit mir gut gemeint, als sie mir einen Würzburger Antiquariatskatalog in die Hände spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Gewalt anzog: Carmina Burana“, schrieb Carl Orff in seinen Erinnerungen über die Entdeckung der Benediktbeurer Handschrift, die Grundlage seines bekanntesten Werkes wurde. Wer Orffs „Carmina Burana“ einmal gehört hat, den lässt dieses meisterliche Werk nicht mehr los – vor allem, wenn es in so ergreifender Weise dargeboten wird, wie von den Chören des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) in der Christkönig-Kirche.

Es war ein überwältigendes Konzert mit 100 Chorsängern und 1000 begeisterten Zuhörern, das in dieser Form nicht zum ersten Mal stattfand. Mit der Aufführung dieses zeitlos populären Werks von Carl Orff setzten vor ziemlich genau 20 Jahren der damals neu gegründete gemischte Chor des Gymnasiums mit Schülern, Eltern, Ehemaligen und Lehrkräften sowie die damals von Musikpädagoge Ralf Schnitzer an der Schule installierten Gesangsklassen in der Christkönig-Kirche ein Ausrufezeichen. Die zweite Aufführung vor zehn Jahren, ebenfalls unter Schnitzers Leitung, markierte an gleicher Stelle die Verabschiedung des damals scheidenden Schulleiters Armin Becker, der selber aktiv im Chor mitwirkte.

Wieder ein Abschied

Und wie das unentwegt sich drehende Rad der Fortuna als Ur-Symbol des Orffschen Werks zu sehen ist, so war jetzt auch diese dritte Aufführung der Carmina Burana als Symbol für die stetige Weiterentwicklung der musikalischen Arbeit und der immer wieder von neuem aufstrebenden, kreativen Energie am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu verstehen. Wieder war für das Konzert eine Schulleiterverabschiedung der Anlass, nämlich die des amtierenden Schulleiters Bernhard Fellhauer.

Selbst zehn Jahre nach seiner letzten Aufführung hatten nicht nur das Werk, sondern auch die vokale Arbeit am DBG und seine Ensembles noch immer dieselbe Strahlkraft. Einige der Solisten von damals waren wieder mit dabei: Tenor Winfrid Mikus und Thomas Keemss als Leiter des Ensembles „Pulse Percussion Project“. Aber auch ehemalige Schüler sowie Freunde der Schule trugen die Aufführung als Solisten mit: Eva Krieger (Sopran), Jascha Ruebeling und das Pianisten-Duo Philip und Tilman Rivinius.

„O Fortuna“ als Krönung

Wenngleich es auf den ersten Blick vielleicht nicht zu verstehen war: Aber konstant blieb auch die musikalische Gesamtleitung dieses perfekt und meisterlich arrangierten Konzertes. Sie lag in den bewährten Händen von Valerie Schnitzer. Sie hatte sich im vergangenen Jahr einer Geschlechtsangleichung unterzogen, um ihr Leben als Mann hinter sich zu lassen, nicht aber ihr Leben als ausgezeichnete Musikpädagogin und Chorleiterin. Als Besonderheit hatte Valerie Schnitzer die musikalische Einleitung des Konzertes den großen Unterstufenchor des Gymnasiums übernehmen lassen. Dem jungen Chornachwuchs war dies in berührender Weise gelungen.

Einzigartig und mitreißend war dann das Hauptwerk, die Aufführung der Carmina Burana. Für die dicht gedrängt in den Kirchenbänken sitzenden und sich leise mit den Programmheften Luft zufächelnden Zuhörer war diese Aufführung trotz großer Sommerhitze ein unvergessliches Erlebnis. Minutenlange stehende Ovationen durften die schweißgebadeten Chorsänger, Solisten, Musiker und natürlich die Dirigentin als Lohn für ihren immensen Einsatz entgegennehmen. „Die Chöre, die Solisten und die Instrumentalisten – alle waren so gut drauf und haben mit derartigem Engagement mitgemacht – es war die helle Freude“, lobte Valerie Schnitzer. „Der Funke sprang schnell auf das Publikum über und entlud sich am Schluss in Beifallsstürmen. Dieser Schlussapplaus war mehr als gigantisch“, freute sich die Dirigentin.

Der Hitze und Erschöpfung der Akteure geschuldet, gab es nur eine Zugabe. Alle mobilisierten ihre letzten Kräfte und sangen noch einmal voller Ausdruck und Leidenschaft das Auftaktstück der Carmina Burana „O Fortuna“. sge

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