Eppelheim

Sonnenblume In der Kita wird den Kindern umweltbewusster Umgang mit Müll beigebracht / „Inspektor Energie“ ist dort im Recycling-Einsatz

Akkuschrauber in Einzelteile zerlegt und sortiert

Archivartikel

Eppelheim.„Inspektor Energie“ ist ratlos. Der Sammelsepp sucht seinen defekten Akkuschrauber überall, kann ihn aber nicht finden. Es ist unklar, ob das immer hungrige Müllmonster etwas damit zu tun hat.

Nur mit der Hilfe der drei- bis sechsjährigen der Kindertagesstätte Sonnenblume kann der Umweltdetektiv den Kaspar überführen, der den Akkuschrauber einfach weggeschmissen hatte, anstatt einfach den Akku aufzuladen.

„Wir wollen den Kindern ein Bewusstsein für die verschiedenen Wertstoffe und deren individuelle Entsorgung nahebringen“, erklärt Rainer Gutmann, der Veranstalter der „Inspektor Energie“-Tour. Seit 2012 reist er durch Kitas, Kindergärten und Grundschulen, um der jüngsten Generation zu zeigen, welche Auswirkung das Verhalten eines jeden auf die Umwelt hat.

Spielerisch beginnt er die Veranstaltung mit einem Puppentheater, in dem die Geschichte des verloren gegangenen Akkuschraubers erzählt wird, der ursprünglich von dem Sammelsepp recycelt werden sollte. Mit „Aus alt wird neu!“ sind die kleinen Schilder, die der Sammelsepp zeigt, beschriftet. „Ich habe jahrelange Praxiserfahrung als Erzieher, deswegen war mir bewusst, dass bei Kindern Theater einen großen Eindruck hinterlässt“, erläutert Gutmann im Gespräch mit dieser Zeitung.

Dürfen selbst Hand anlegen

Auf das Puppentheater folgt eine Experimentierstunde mit den Kindern im Vorschulalter. Die Bienengruppe beginnt. Unter Anleitung von Gutmann und dessen Assistentin Julia Ferstl zerlegen die neun Kinder einen präparierten, nicht funktionierenden Akkuschrauber in seine Einzelteile und sortieren diese in Stapel nach Art: Plastik, Metalle, Batterien und so weiter. Auch die verschiedenen Arten der Metalle werden benannt, Eisen, Kupfer und Stahl. Konzentriert helfen die Kinder bei der Mülltrennung und zeigen ein beachtliches Maß an Eigeninitiative und, dass sie sich alle Wertstoffarten aus dem Puppentheater gut gemerkt haben.

Schnell wachsen die Haufen mit Einzelteilen in die Höhe, bis von dem Akkuschrauber nichts mehr übrig ist. Die Krönung des Events ist der Recycl-o-mat, eine Kiste mit Kurbel. Die Kinder legen alle Einzelteile des Akkuschraubers in die Eingabe, die vierjährige Golsa kurbelt fleißig. Einige Sekunden später öffnet sich eine Klappe und eine elektrische Zahnbürste liegt darin. Die Kinder erraten schnell, wieso: die Zahnbürste hat ein Plastikgehäuse, einen Motor und Batterien, genauso wie der Akkuschrauber vor dem Zerlegen. Jedes der Kinder bekommt im Anschluss der Veranstaltung eine Urkunde und Batteriesammelbox geschenkt.

Die Leiterin der Kindertagesstätte Sarah Baba erklärt, dass sie es in der Kita als ihren Bildungsauftrag sehen, den Kindern Nachhaltigkeit nahezubringen und ein Bewusstsein für die Umwelt zu fördern. Auch die Kinder sind begeistert und erzählen, dass sie zuhause auch nun mehr aufpassen und recyceln wollen.

Info: Weitere Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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