Eppelheim

Technischer Ausschuss Baustellenfest für die Anwohner / Ab März soll es stabilere Fahrpläne geben / Barrierefreiheit liegt auch bei den Gemeinden und Kommunen

Ampelschaltung am Kreisel sorgt für Staus

Eppelheim.Seit Dezember fahren die Straßenbahnen der Linie 22 auf der neuen Trasse. Auch die neuen Rad- und Fußwegeführungen werden genutzt. Neben dem Brückenbauwerk über die A5 gibt es aber noch einiges zu tun. Im Technischen Ausschuss informierten Projektleiter Paul Ritze und RNV-Fahrbetriebsleiter Franz-Wilhelm Coppius über den aktuellen Sachstand. In der Wilhelmstraße und in der Brückenstraße, laufen gerade Restarbeiten, führte Ritze aus. Die Kanalbauarbeiten mit den Anschlüssen der Gasleitungen haben ebenfalls begonnen. „In der letzten Märzwoche werden wir mit allem fertig sein“, so der Projektleiter. Für die Anwohner, die fast zwei Jahre Lärm und Staub aushalten mussten, soll es noch „als feierlichen Abschluss“ ein Baustellenfest geben.

Trudbert Orth (CDU) hatte viele Fragen. Die Weiche am Kreisel in der Ortseinfahrt funktioniere nicht richtig. Wenn die Rotphase für die Autofahrer vorbei sei, stünde die Straßenbahn mitten im Weg. Das führe zu Staus. An der Haltestelle Kirchheimer Weg hätten die Autofahrer Rot, wenn die Straßenbahn auf ihrer Seite um die Ecke kommt. Der Kreisel dürfe nicht so schmucklos bleiben. Ob für die Anwohner noch Schallschutzmaßnahmen vorgesehen seien, wollte Orth wissen.

Die Eppelheimer Seite der Rampe wird noch begrünt. Die Baustellenflächen in der Wilhelmstraße werden mit Sträuchern und Gehölzen renaturiert, erläuterte Ritze. An den Gabionenwänden in der Brückenstraße werden Rankgitter angebracht. Das könne aber nicht dem Schallschutz dienen. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens sei eine schalltechnische Untersuchung gemacht worden. Die anspruchsberechtigten Anwohner hätten die Möglichkeit gehabt, Schallschutzfenster anzufordern oder eine geldliche Entschädigung anzunehmen. Für den Kreisverkehr sind Blumenkübel vorgesehen, die von der Stadt Eppelheim gestellt werden.

Neue Anlage im Frühjahr

Die Ampelsteuerung an der Haltestelle Kirchheinmer Straße sei schon seit vielen Jahren „gelebte Praxis“, meinte Coppius. Das könne man im Moment auch gar nicht anders regeln. Der Fahrbetriebsleiter äußerte sich selbstkritisch: „Die Wiederinbetriebnahme der Straßenbahn nach Eppelheim ist uns überhaupt nicht gelungen. Es war eine Katastrophe, wir haben das nicht hingekriegt, wie es hätte sein müssen.“ Ein ganz großes Problem sei die Fahrsignalanlage, die Neueinrichtung habe durch Abstimmungsprobleme nicht richtig funktioniert. Der Zeitablauf sei sehr knapp gewesen. „Nächstes Mal gibt es zuerst einen Stresstest“, entschuldigte sich Coppius. Man habe bei der Betriebsstabilität derzeit maximal fünf Minuten Verspätung pro Tag. Die neue Signalanlage am Kreisel werde Mitte April eingerichtet, „dann wird auch die Weiche wieder durch die Straßenbahn angesteuert werden können“. Coppius: „Viele Sachen sind suboptimal gelaufen, aber wir haben uns intensiv um die Probleme gekümmert.“

Christa Balling-Gündling (Grüne) und Hans-Günther Büssecker (SPD) monierten, dass Fahrgäste in Richtung Neuenheimer Feld nur selten ihre Anschlüsse erreichten. „Mitte März werden wir stabilere Fahrpläne hinbekommen“, versprach Coppius. Man werde den Fahrplan nacharbeiten. Die erste Störung entstehe leider schon früh morgens bei Aufnahme des Fahrbetriebs, wenn zwei Bahnen in Richtung Endhaltestelle geschickt werden, „das kann die Signalanlage nicht regeln“.

Renate Schmidt (SPD) ging auf die mangelnde Barrierefreiheit ein und wollte wissen, ob es für die Haltestelle Rathaus die Möglichkeit eines Provisoriums gebe. Es gehe zwar nur um ein paar Zentimeter, gab Ritze zu, aber eine provisorische Erhöhung des Bahnsteigs sei nicht möglich. Bernd Binsch (Eppelheimer Liste) mahnte eine Verbesserung der Betriebsstabilität an, im Moment könne er Pünktlichkeit noch nicht erkennen. Binsch fragte auch nach der Kostenentwicklung. Alle Anträge für Zuschüsse bei der Autobahnbrücke seien gestellt, das Geld aber noch nicht ausbezahlt worden, antwortete Ritze. Für den Geh- und Radweg habe Eppelheim eine erste Auszahlung bekommen, bestätigte Bauamtsleiter Michael Benda. Andere Förderbescheide seien noch nicht da.

Für Ersi Xanthopoulos (Grüne) fährt die Straßenbahn sonntags nicht oft genug: „Bei einer Verspätung sind dann in Heidelberg meistens die Anschlüsse weg.“

Alexander Pfisterer (SPD) konnte nicht verstehen, dass die Verkehrsunternehmen allgemein keine fahrzeuggebundene technische Lösung für barrierefreie Haltestellen hinbekämen: „Die haben kein Interesse daran, die Fahrzeuge entsprechend umzurüsten.“ Coppius wies das zurück. „Das ist immer auch ein Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Infrastruktur, eine Pauschallösung gibt es nicht.“ Außerdem hätten die Verkehrsunternehmen in den letzten Jahren einiges getan, „nur an der Infrastruktur der Kommunen ist einfach zu wenig gemacht worden.“

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