Eppelheim

Tag der offenen Moschee Ahmadiyya-Gebetszentrum öffnet seine Türen / Viele Besucher informieren sich über den Islam / Wunsch nach eigenem Gotteshaus

Auf Ängste der Menschen eingehen

Archivartikel

Eppelheim.Die Gläubigen der Ahmadiyya Muslim Jamaat lehnen Gewalt und Terror im Namen der Religion ab und predigen stattdessen "Liebe für alle - Hass für keinen". Nach diesem Motto leben die Muslime der Ahmadiyya Gemeinde. Wer am "Tag der offenen Tür" im Ahmadiyya-Gebetszentrum in der Wernher-von-Braun-Straße vorbeikam, konnte sich in vielfältiger Weise über die Gemeinde und den Islam informieren.

Der Vorsitzende der Eppelheimer Ahmadiyya-Gemeinde, Ahmed Shabbir, war auch vor Ort und freute sich über das rege Interesse der Eppelheimer Bevölkerung. Die Gemeinde öffnet seit vielen Jahren die Türen ihres Gebetszentrums für interessierte Bürger. "Eine Gebetsstätte soll nicht nur ein Ort sein, an dem die Muslime sich zum gemeinsamen Gebet versammeln. Sie ist auch eine Stätte der Begegnung, des Dialogs und der nachbarschaftlichen Zusammenkunft", erklärt Musawar Shams.

Der angehende Theologe führte zusammen mit Imran Basharat alle Interessierten durch das Gebetszentrum. Zu ihnen gehörten beispielsweise Bastian Meyer und Felicitas Hübner aus Eppelheim. Und auch CDU Stadtverbandsvorsitzender Volker Wiegand schaute vorbei. "Wir wollen heute Einblicke in den Islam und seine Grundlehren geben und für Aufklärung sorgen. Wenn Fragen da sind oder Ängste, dann werden wir darauf eingehen", erklärt Musawar Shams.

Für ein Miteinander in Frieden

Was in den Gesprächen immer wieder deutlich wurde: Der Islam steht für Frieden, nicht für Terror. Jedes einzelne Mitglied der Muslimgemeinde trete für Gerechtigkeit und ein Miteinander in Frieden ein. So gibt es der heilige Koran vor. "Der Koran lehrt uns, niemanden zu töten und alle Menschen gut zu behandeln." Den Besuchern wurde beim Rundgang durch die Räumlichkeiten der Ahmadiyya-Gemeinde der neu gestaltete Gebetsraum gezeigt und erläutert, wie eine Gebetszusammenkunft abläuft. Jeder durfte auch einen Blick in den separaten Gebetsraum für Frauen werfen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Zum Abschluss konnte man sich an den Informationstischen Broschüren und Bücher mitnehmen, um die Ahmadiyya Muslim Gemeinde und ihren Glauben näher kennenzulernen. Die islamische Reformgemeinde wurde 1889 von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad (1835-1908) in Indien gegründet. In Deutschland gehört die Muslimgemeinde mit über 45 000 aktiven Mitgliedern und ihren mehr als 50 Moscheen zu den größeren der islamischen Organisationen.

Jeden Freitag eine Ansprache

Weltweit sind die Ahmadiyya Muslime in über 200 Ländern vertreten. Die Gemeinde wird zurzeit vom fünften Nachfolger des verheißenen Messias, dem Kalifen Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, von London aus geleitet. Das Oberhaupt hält jeden Freitag eine Ansprache und geht dabei auf aktuelle Themen und Krisen ein. Die Schaffung von Frieden auf der Welt sieht er als dringlichste Aufgabe. Jedes Jahr besucht er Deutschland und hielt auch schon vor dem EU-Parlament in Brüssel eine Friedensrede. Dabei stellte er den islamischen Ansatz zu einer friedlichen Welt vor. Nach den Worten des Kalifen sind Frieden und Gerechtigkeit untrennbar miteinander verknüpft. Nur durch gerechte und gleichberechtigte Beziehungen zwischen den Nationen könne Frieden geschaffen und dauerhaft bewahrt werden. Größter Wunsch der Ahmadiyya-Mitglieder im Raum Eppelheim, Heidelberg und Schwetzingen ist der Bau einer eigenen Moschee zur Stärkung des Glaubens und der Gemeinde. Daher möchten sie in nächster Zeit der Eppelheimer Bürgermeisterin einen Besuch abstatten, um mit ihr das Thema zu erörtern und Möglichkeiten zu suchen.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel