Eppelheim

Geburtstag Ehrenbürgerin Inge A. Burck wird 95 / Ihr Leben ist geprägt vom Engagement für die DJK

Dankbar für jeden neuen Tag

Archivartikel

Eppelheim.„Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück; denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.“ Diesen Spruch, den ihr einst ihre Oma ins Poesiealbum schrieb, hat Eppelheims Ehrenbürgerin Inge A. Burck ihr Leben lang beherzigt. Sie hat immer selbst mit angepackt und mitgestaltet und Neues vorangebracht.

Heute feiert sie ihren 95. Geburtstag. Eigentlich hatte sie ein großes Geburtstagsfest geplant, erzählt sie am Telefon. Aber in Corona-Zeiten ist natürlich Zurückhaltung angesagt. Ihr 95. Wiegenfest wird Inge Burck nur im engsten Kreis begehen. „Ich freue mich sehr auf meinen Geburtstag und bin dankbar für jeden neuen Tag“, gesteht sie. Vor mehr als 60 Jahren kam sie nach Eppelheim. „Ich habe mich damals in diesen Ort verliebt und liebe ihn heute noch“, erklärt sie.

Das Licht der Welt erblickte Inge Burck am 18. Juni 1925 in München. Sie war zunächst als Volksschullehrerin im bayerischen Wolferstadt tätig, ehe sie als junge Lehrerin nach Eppelheim zog, in Heidelberg studierte und von 1962 bis 1969 als Lehrerin an der amerikanischen Highschool in Heidelberg tätig war, ehe sie Karriere machte und von 1969 bis zu ihrem Ruhestand 1990 als Referentin und Koordinatorin erst nach Karlsruhe und später nach Wiesbaden an die „Amerikanische Oberschulamtsdirektion Europa“ berufen wurde.

Zu ihren Zuständigkeitsbereichen gehörten Fremdsprachen und interkulturelles Lernen. Sie leitete viele Kreativ-Workshops und pädagogische Seminare für amerikanische Kinder und Jugendliche. 1984 war sie Initiatorin der „Junior Leadership“ Seminare in Oberwesel, die sie bis ins hohe Alter leitete – immer mit dem Ziel, die Kreativität und das gegenseitige Kulturverständnis junger Menschen zu fördern. Für ihr Engagement bekam sie von amerikanischer Seite als erste Europäerin für außergewöhnliche Verdienste um die Zusammenführung und Verständigung deutscher und amerikanischer Jugendlicher die „Outstanding Civil Service Medal“ verliehen.

Junge Menschen gefördert

Engagement und die Förderung junger Menschen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben der Ehrenbürgerin. Inge Burck war 1966 Gründungsmitglied und Gruppenleiterin der St.-Georgs-Pfadfinder. Seit 1962 ist sie Mitglied der DJK. Sie war Mitinitiatorin zur Gründung einer Gymnastikabteilung und zwischen 1991 und 1998 eine von vier gleichberechtigten Vereinsvorsitzenden. In dieser Zeit wurde der Sportplatz neu angelegt und das Clubhaus erweitert und renoviert. Ihr Wirken für die DJK wurde mit der Ehrenmitgliedschaft honoriert. Von 1972 bis 2000 hatte sie zudem das Amt der Vizepräsidentin des Bundesverbandes der DJK inne.

Politisch war Inge Burck nicht minder aktiv: Im Jahr 1969 zog sie für die CDU als erste weibliche Vertreterin in den Gemeinderat ein. An die Ratssitzungen mit dem damaligen SPD-Bürgermeister Peter Böhm erinnert sie sich heute noch gerne: „Mit ihm konnte man sich herrlich um die Sache streiten.“ Dem Ratsgremium gehörte sie bis 1980 an und wurde Präsidentin der Altgemeinderäte. An der Politik und der Entwicklung der Stadt ist sie heute noch sehr interessiert. Für die Zukunft der Stadt wünscht sie sich Menschen, die fördern und anpacken.

Im Jahr 2000 übernahm sie für mehrere Jahre den Vorsitz des Bürgerkontaktbüros, war beim „Tanzkreis Spätlese“ aktiv, arbeitete in der Projektgruppe „Integration von Menschen mit Behinderung“ mit und gehörte auch der Arbeitsgruppe „Demografie“ an. Ihr Wirken um das Miteinander der Generationen brachte ihr schon eine Einladung zum Bundespräsidenten ein. Heute sorgt sie sich etwas um die Entwicklung der Gesellschaft. „Die Zukunft sollte nicht dem Egoismus gehören. Denn Egoismus tut den Menschen weh. Es sollte zur Selbstverständlichkeit werden, für andere da zu sein“, meint sie.

Für ihr Engagement in Beruf und Ehrenamt erhielt die Jubilarin, die auch Ehrenmitglied beim Sängerbund Germania ist, viele Auszeichnungen. Im Jahr 2000 wurde ihr in Eppelheim die Ehrenbürgerwürde verliehen und 2016 erhielt sie im Auftrag von Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Sohn, Enkel und die drei Urenkel sind ihr ganzer Stolz und werden ihr heute mit ihren Familien zum Geburtstag gratulieren. Die Schwetzinger Zeitung schließt sich dem an.

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