Eppelheim

Grüne Ortsverband wendet sich gegen den Vorschlag eines Ankunftszentrums auf Eppelheimer Gemarkung / Ackerboden ginge für die Landwirtschaft verloren

„Das Gelände dient uns als Frischluftschneise“

Eppelheim.„Das Gelände steht für uns nicht zur Verfügung“, so melden sich die Eppelheimer Grünen in einer Pressemittelung zu einem möglichen Ankunftszentrum auf Eppel-heimer Gemarkung (wir berichteten mehrfach) zu Wort.

„Dass Heidelberg und Innenministerium berechtigte Interessen verfolgen, ist verständlich. Doch die Interessen Eppelheims müssen genau abgewogen werden. Welchen Nutzen die Stadt hiervon haben könnte, erschließt sich uns nicht“, so die Grünen-Fraktion. Die Fraktionssprecherin Christa Balling-Gündling schreibt: „Das Ganze ist nicht optimal gelaufen. Der Gemeinderat hat hiervon erst aus der Presse erfahren. Deshalb brauchen wir erst einmal umfassende Informationen.“

Neue Flüchtlinge nicht zu erwarten

Nicht gelten lassen wollen Balling-Gündling und ihre Fraktionskollegen das sogenannte LEA-Privileg, wonach Eppelheim bei Errichtung eines Ankunftszentrums keine neuen Flüchtlinge aufnehmen müsse. Balling-Gündling meint: „Das ist eine Milchmädchenrechnung. Die Menschen sind schon da, die Investitionen in die Anschlussunterkünfte getätigt. Viele neue Flüchtlinge sind momentan nicht zu erwarten.“

Gegen den Standort sprechen für die Fraktion vor allem ökologische Gründe. Ortsverbandssprecherin und Stadträtin Isabel Moreira da Silva erklärt: „Gerade hat die Heidelberger Bevölkerung in einem Bürgerentscheid den Betriebshof auf der grünen Wiese am Ochsenkopf wegen des Klimaschutzes abgelehnt. Jetzt wird über eine neue grüne Wiese spekuliert. Nur dass sie jetzt in Eppelheim liegt.“

Weiter macht sie klar: „Der Klimawandel macht nicht vor den Stadttoren Halt. Für Eppelheim, die am dichtesten bebaute Gemeinde im Land, ist es umso wichtiger, mit den verbliebenen Flächen schonend umzugehen. Das Gelände dient Eppelheim und Heidelberg als Frischluftschneise. Zudem handelt es sich um sehr guten Ackerboden für die Landwirtschaft, der unwiederbringlich verlorenginge.“

Innenministerium gefordert

Der stellvertretende Fraktionssprecher Marc Böhmann ergänzt: „Wenn die Erstaufnahmestelle nicht im Patrick Henry Village bleiben kann, ist das Innenministerium gefordert, einen anderen geeigneten Standort zu finden. Eppelheim hat dafür weder die Fläche noch die Infrastruktur.“ zg

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